Grosser Stromausfall

03. Februar 2011 07:14; Akt: 03.02.2011 15:35 Print

Massive Schäden nach «Monster-Zyklon»

Nachdem Zyklon «Yasi» über Australien hinweggefegt ist, konnten 10 000 Menschen ihre Notunterkünfte wieder verlassen. Todesopfer sind bislang noch keine bekannt.

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3. Februar 2011: Der Monster-Sturm ist über Australien hinweg gefegt und hat zahlreiche Häuser zerstört. Zu den am heftigsten getroffenen Orten gehören der kleine Ort Mission Beach zwischen Cairns und Townsville ... ... sowie die Stadt Tully, rund dreissig Kilometer von der Küste entfernt. Tully bietet mit seinen abgedeckten Häusern ... ... und abgerissenen Stromleitungen ein Bild der Zerstörung. Mehr als 170'000 Menschen seien ohne Strom. Auch die Strandpromenade in Townsville war vom Sturm betroffen. Auf seinem Weg über das Festland verlor der Zyklon etwas an Kraft, da er dort auf kühlere Luftströme traf. Der Wirbelsturm der höchsten Kategorie fünf der international gebräuchlichen Saffir-Simpson-Skala wurde auf die Kategorie drei herunter gestuft. Die Wiederherstellung der Stromversorgung ist nun eine der vorrangigsten Aufgaben. Dies kann in einigen Regionen aber Tage, wenn nicht gar Wochen dauern. Cairns, eine Stadt mit 12'000 Einwohnern, rund 1700 Kilometer nördlich von Brisbane lag zwar in der «Schusslinie» des gewaltigen Wirbelsturms, wurde aber weitgehend verschont. 2. Februar, ca. 19.00 Uhr (Ortszeit): In Townsville haben sich die Einwohner in Kellern und anderen Schutzräumen verbarrikadiert. 18.30 Uhr: Auf den Strassen ist kaum noch jemand zu sehen. In Ayr gibt es schon die ersten Stromausfälle, und der Wind ist stark genug, um grosse Bäume zu entwurzeln. Leserreporter Marcel K., der gerade durch Australien reist, wäre am Mittwoch in Cairns angekommen. Als er die Warnungen in den australischen Medien sah, änderte er kurzerhand seine Pläne: «Wir sind nach Brisbane geflogen, 1300 Kilometer vom Sturm entfernt.» Der Zyklon Yasi hat mit 400 Kilometern Durchmesser riesige Ausmasse. Hunderte finden im Rathaus... ...oder in Supermärkten Unterschlupf, wie hier in Cairns. Die Familien haben nur gerade das Nötigste mitnehmen können. Wer es sich leisten konnte, hat noch einen der letzten Flüge Richtung Süden gebucht. Mittlerweile sind die Flughäfen geschlossen. In der Küstenstadt Cairns haben die Ladenbesitzer ihre Glasfassaden verbarrikadiert. Die Küstenwache fürchtet eine meterhohe Flut, die tausende Häuser überschwemmen könnte. Die Flutwelle dürfte bis zu sieben Meter hoch sein. Ob diese Plastikabdeckung ausreichend schützt?

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Zyklon «Yasi» hat in Australien schwere Schäden angerichtet. Die befürchteten Überflutungen blieben aber weitgehend aus. Es gab auch keine Toten oder Verletzten. Der Wirbelsturm zog stark abgeschwächt ins Landesinnere.

Der gigantische Zyklon «Yasi» richtete an der australischen Nordostküste auf mehreren hundert Kilometern Verwüstungen an. Die zunächst befürchteten verheerenden Schäden durch grosse Flutwellen blieben aber aus, weil der Wirbelsturm nicht zeitgleich mit der normalen Flut auf Land traf.

«Es scheint, als seien wir mit Glück gesegnet», sagte der Katastrophenschutz-Koordinator von Queensland, Ian Stewart. Zum Aufatmen sei es aber noch zu früh, warnte Premierministerin Julia Gillard.

«Die Gefahr ist noch nicht vorüber», sagte sie in Canberra, und verwies auf mögliche Überschwemmungen und Gefahren durch abgerissene Stromleitungen.

Durchmesser der Schweiz

Der riesige Zyklon hätte mit seinem Durchmesser von mehr als 400 Kilometern die ganze Schweiz erfasst. Der Sturm war in der Nacht zu Donnerstag über die australische Nordostküste hereingebrochen. Zehntausende Menschen sassen in Notunterkünften oder hatten sich in ihren Häusern verbarrikadiert.

Der Zyklon war mit Spitzenböen von bis zu 300 Kilometern pro Stunde über das Land gefegt. Überall hingen abgerissene Stromleitungen auf den Strassen.

Cairns, eine Stadt mit 122 000 Einwohnern rund 1700 Kilometer nördlich von Brisbane, lag zwar in der Schneise des gewaltigen Wirbelsturms, wurde aber weitgehend verschont. Zwei Drittel der Stadt waren aber ohne Strom. In Townsville waren es sogar 85 Prozent.

Bananen und Zuckerrohr

Die wirtschaftlichen Schäden durch «Yasi» sind immens. Mission Beach, 140 Kilometer südlich von Cairns, lag mitten in der Einfallschneise. In der Umgebung werden fast alle Bananen Australiens sowie ein Drittel des Rohrzuckers angebaut.

15 Prozent der Zuckerrohrernte des Landes wurden vernichtet. Der Preis für den Rohstoff kletterte daraufhin auf den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten. Australien ist der weltweit drittgrösste Zuckerexporteur.

Auf seinem Weg über das Festland verlor der Zyklon aber an Kraft, da er dort auf kühlere Luftströme traf. Der Wirbelsturm wurde von der höchsten Kategorie fünf auf zwei herunter gestuft.

«Yasis» Ausmass und Intensität wurden mit dem Hurrikan «Katrina» verglichen, der 2005 die Südküste der USA und New Orleans verwüstet und viele Menschenleben gekostet hatte. Für Australien war «Yasi» einer der schwersten Wirbelstürme der letzten Jahrzehnte.

Hunderte Häuser beschädigt

Bei ersten Überflügen wurde am Morgen das Ausmass der Schäden deutlich. In den drei am schwersten betroffenen Gemeinden wurden mehr als 280 Gebäude beschädigt. Vier weitere Ortschaften waren immer noch abgeschnitten und konnten von den Rettungskräften nicht erreicht werden.

Mehrere Tausend Menschen seien vorübergehend obdachlos, sagte die Regierungschefin von Queensland, Anna Bligh. Das Rote Kreuz registriere nun die Betroffenen und organisiere Übernachtungsmöglichkeiten. Der Gesamtschaden könne noch nicht abgeschätzt werden.

Es war bereits die zweite Naturkatastrophe, die innerhalb kurzer Zeit über Queensland hereinbrach. Im Januar wurde das Bundesland durch starke Überschwemmungen gebeutelt.

So sieht Townsville nach dem Sturm aus

(sda/ap)