Mysteriöser Fund

27. Juli 2015 21:24; Akt: 28.07.2015 18:50 Print

Matrose zweifelt an Herkunft des U-Bootes

Vor der schwedischen Ostküste liegt ein fremdes U-Boot auf dem Meeresgrund. Militärexperten glauben nun zu wissen, woher es stammt.

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Ein Wrack beschäftigt Schweden und Russland: Bilder einer Unterwasserkamera zeigen das U-Boot, das vor der schwedischen Ostküste auf dem Meeresgrund liegt. (Bild: Screenshot)

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In schwedischen Gewässern haben Taucher das Wrack eines offenbar russischen U-Bootes gefunden. «Das U-Boot ist komplett intakt, hat keine sichtbaren Schäden am Schiffskörper und die Luken sind geschlossen», erklärte Stefan Hogeborn vom Ocean X Team am Montag in Stockholm. Es sei zu befürchten, dass sich die Besatzung nicht habe retten können, als das U-Boot havarierte.

Die schwedische Armee reagierte zurückhaltend auf die Erklärung. Der Armeesprecher Anders Kallin sagte der Nachrichtenagentur AFP, es sei das Ocean X Team, das behaupte, dass es ein U-Boot sei. Die Experten der Armee würden ihre Einschätzung in den «kommenden Tagen» präsentieren, wenn sie Fotos des Taucherteams analysiert hätten.

Im Mai 1916 mit Dampfschiff kollidiert

Zunächst erklärte das Ocean X Team, es sei unklar, wie alt das U-Boot sei oder wie lange es auf dem Meeresgrund gelegen habe. Die kyrillischen Buchstaben auf dem Rumpf zeigten, dass es russisch ist. Militärexperten in Schweden und Russland glauben nun, dass es sich um ein russisches U-Boot handelt, das im Mai 1916 mit einem schwedischen Dampfschiff kollidierte und sank. An Bord sollen 18 Mann Besatzung gewesen sein.

Den genauen Standort des 20 Meter langen und 3,5 Meter breiten Wracks, gab das Ocean X Team nicht bekannt. Nach Angaben der Zeitung «Expressen» soll es sich rund 2,8 Kilometer vor der schwedischen Ostküste befinden.

Nichts mit Vorfall vom Oktober zu tun

Obwohl die Finder angenommen hatten, dass U-Boot sei neueren Datums, glaubten sie nicht, dass der Fund etwas mit der Suche der schwedischen Marine vergangenen Oktober nach einem russischen U-Boot zu tun habe.

Im Oktober 2014 hatte Schweden eine gross angelegte Suchaktion nach einem mutmasslich russischen U-Boot gestartet, das angeblich vor Stockholm gesichtet worden war. Damals hatte die schwedische Marine eine Woche lang nach dem vermeintlichen Eindringling in den schwedischen Hoheitsgewässern gesucht, aber nichts gefunden.

Dieses Video soll das havarierte U-Boot zeigen:

(ij/chk/sda/afp)