14. April 2005 13:59; Akt: 14.04.2005 13:59 Print

Menschenhändlerring zerschlagen

In einer konzertierten Aktion haben deutsche und bulgarische Ermittler einen Menschenhändler-Ring zerschlagen, der Frauen aus Bulgarien zur Prostitution gezwungen haben soll.

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Wie das Bundeskriminalamt (BKA) am Donnerstag mitteilte, wurden bei einer Razzia am Mittwoch in Hannover, Hamburg, Köln und Giessen 37 Verdächtige, darunter 15 Frauen, festgenommen. Gegen sechs von ihnen wurden Haftbefehle vollstreckt. Bulgarische Ermittler nahmen drei weitere Personen fest, darunter einen 45-Jährigen, der als Kopf der Bande galt.

Laut BKA brachten die Schleuser bulgarische Frauen türkischer Abstammung nach Westeuropa. Die Opfer seien in Deutschland, Belgien, in die Niederlande oder Frankreich zur illegalen Prostitution gezwungen worden. Einige Frauen seien über den Grund der Einreise getäuscht und durch Drohungen oder Gewaltanwendung gefügig gemacht worden, hiess es. Bei der Razzia wurden demnach Wohnungen und «bordellartige Betriebe» durchsucht. Den Festgenommenen wird Menschenhandel, Verstoss gegen das Aufenthaltsgesetz und illegale Prostitution vorgeworfen.

Wie das bulgarische Innenministeriums in Sofia mitteilte, wurde der mutmassliche Anführer der Gruppe, Dimitar L., zusammen mit zwei weiteren Verdächtigen in der zentralbulgarischen Stadt Pasardschik festgenommen. Nach Angaben des Chefs der bulgarischen Polizei, Boiko Borisow, handelte es sich bei dem Ring um eine der grössten Menschenhändlerorganisationen des Landes. Die deutsch-bulgarischen Ermittlungen liefen bereits seit Anfang 2004.

(ap)