Lynchjustiz

12. Juni 2016 06:59; Akt: 12.06.2016 06:59 Print

Mexikanischer Mob foltert Mann zu Tode

Eine wütende Menschenmenge hat einen mutmasslichen Vergewaltiger grausam getötet. Sie folterten ihn stundenlang – bis zum Tod.

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Der mutmassliche Vergewaltiger liegt bewusstlos am Boden, der aufgebrachte Mob schlägt trotzdem weiter auf ihn ein. (Screenshot Tiempo)

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Ein rasender Mob hat in der Ortschaft Los Colorines im nordmexikanischen Bundesstaat Tamaulipas den mutmasslichen Vergewaltiger eines vierjährigen Mädchens öffentlich gelyncht. Als die Mutter der Kleinen bemerkt hatte, dass ihre Tochter entführt worden war, begann sie zu schreien. Einige Anwohner machten sich daraufhin auf die Suche nach dem Kind und fanden es auf einem abgelegenen Gelände. Neben ihm lag der Mann.

In einem Video ist zu hören, wie einer der Nachbarn sagt: «Du hast sie vergewaltigt!» Daraufhin schlagen und treten die anderen den Mann gegen den Kopf. Der Mann verliert das Bewusstsein, dennoch malträtiert die Menge ihn weiter. Erst nach sechs Stunden sei der Gelynchte ins Spital gebracht worden, schreibt das Nachrichtenportal «Tiempo». Die Notfallärzte konnten nur noch seinen Tod feststellen.

Nicht der erste Fall

In Mexiko sind Fälle von Selbstjustiz keine Seltenheit. Immer wieder nehmen Bürger das Gesetz selbst in die Hand – teilweise weil sie dem mexikanischen Rechtssystem nicht trauen, teilweise weil die Medien und die Politik ständig den Diskurs über Kriminalität anheizen.

(kle)