Quallenalarm

05. August 2008 14:23; Akt: 05.08.2008 16:33 Print

Millionen von Quallen nehmen Kurs auf Italien

In Italien warnen Experten vor einer veritablen Quallen-Invasion: Vor den Küsten hat das Meeresforschungsinstitut des Umweltministeriums jetzt Millionen der Nesseltiere gesichtet.

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«Aber anders als in anderen Ländern gibt es in Italien keinen Interventionsplan, weil dafür kein Geld da ist», zitierte die Zeitung «Corriere della Sera» am Dienstag den Forschungsleiter Silvio Greco.

Derzeit befänden sich die Medusen zwar noch in sicherer Entfernung von den Stränden, jedoch bewegten sich die Schwärme mit den Strömungen fort: «Da reicht schon ganz wenig aus, um sie in Richtung Ufer zu treiben.»

Quallen seien überall im Mittelmeer vorhanden, jedoch gingen andere Länder entschiedener gegen die Tiere vor, hiess es. An der Côte d'Azur etwa würden Netze gespannt, um eine Invasion zu vermeiden.

Die Gründe für die immer stärkere Vermehrung der giftigen Tiere seien unterdessen vielseitig, erklärte Quallen-Spezialist Josep-Maria Gili. Der Klimawandel, die zunehmende Wasserverschmutzung in Küstennähe und die stetig schrumpfende Zahl von Thun- und Schwertfischen, die sich von Medusen ernähren, trügen zum Problem bei.

Vor Italiens Küsten finden sich vor allem zwei Quallenarten: Die durchsichtige Leuchtqualle Pelagia noctiluca mit ihren bis zu einen Meter langen Fangtentakeln und die Lungenqualle Rhizostoma pulmo. Beide können durch ihr Nesselgift bei Menschen stechende Schmerzen auslösen.

Auch vor der Ferieninsel Mallorca, an der Côte d'Azur und an der spanischen Festlandküste waren in diesem Sommer bereits Quallenplagen gemeldet worden.

Haben Sie in Ihrem Italienurlaub am Strand schlechte Erfahrungen mit Quallen gemacht? Schreiben Sie uns Ihre Erlebnisse: feedback@20minuten.ch

(sda)