«Yasi»

03. Februar 2011 10:41; Akt: 03.02.2011 14:13 Print

Mini-Babyboom in der Sturmnacht

Während draussen Zyklon «Yasi» über die australische Ostküste fegte, kamen in Cairns und Innisfail drei Babys zur Welt - eines sogar in einer Notunterkunft.

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Carol Weeks (links) half Akiko Pruss (Mitte) bei der Geburt. Drei Stunden später kam die kleine Lucia zur Welt. (Screenshots: Channel Nine)

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«Es ist eine kleine Freude unter so viel Zerstörung», sagte die Ministerpräsidentin von Queensland, Anna Bligh. Stolz teilte sie dem australischen TV-Sender Channel Nine mit, dass in der Nacht auf Donnerstag drei Babys im Sturmgebiet zur Welt gekommen seien.

Dabei ist die Geschichte des kleinen Mädchens, das in einer Notunterkunft in Cairns geboren wurde, eine ganz besondere: Kurz nachdem Mutter Akiko Pruss in der provisorischen Unterkunft im Schulhaus Redlynch ankam, begannen die Wehen. Um 2.45 Uhr morgens schrie jemand laut in den Raum: «Gibt es hier einen Arzt?»

Die «Richtige» war im Notlager

Zunächst etwas scheu meldete sich Carol Weeks. Sie sei «nur» Hebamme, aber vielleicht könne sie doch helfen, meinte die Engländerin, die mit ihrem Mann durch Australien reiste, um ihren 25. Hochzeitstag zu feiern. Wegen der Sturmwarnung hatte auch das Paar die Notunterkunft für die Nacht aufgesucht.

Carol Weeks war dabei genau die «Richtige». Sie half Akiko Pruss bei der Entbindung. Nach drei Stunden kam Akikos kleine Tochter zur Welt. «Das Baby ist gesund und die Mutter wohlauf. Sie stillt und ist sehr glücklich», erzählte Weeks später gegenüber dem Nachrichtensender.

Kein Arzt nach der Geburt

Die frischgebackenen Eltern nannten ihr Kind Lucia. Akiko weigerte sich partout, ihre Tochter nach dem Sturm zu nennen, wie viele in der Notunterkunft vorgeschlagen hatten. «Sie hasst diesen Namen», sagte Stadträtin Linda Cooper. Die Familie sei inzwischen wieder zuhause. Akiko hatte nie vor, im Spital zu gebären. So sei sie zusammen mit ihrem deutschen Ehemann Christian nach dem Sturm gegangen, ohne sich ärztlich untersuchen zu lassen.

Queenslands Ministerpräsidentin Bligh bestätigte indes, dass im Spital Innisfail zwei weitere Kinder in der stürmischen Nacht geboren wurden. Die beiden kamen mit einer Minute Unterschied gesund zur Welt – während draussen «Yasi» mit einer Windstärke von bis zu 300 km/h durch die Stadt fegte.

(kle)