Drogenschmuggel

13. Mai 2011 11:55; Akt: 13.05.2011 13:07 Print

Mit Peter B. warten Hunderte auf den Tod

Vier Kilo Kokain hatte Peter B. dabei, als ihn die Polizei in Phuket schnappte. Der Schweizer könnte zum Tode verurteilt werden. In Thailand droht 700 weiteren Menschen die Hinrichtung.

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Dem Schweizer sind die thailändischen Behörden auf die Schliche gekommen. (Bild: Keystone)

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Der 47-jährige Peter B.* sagte seiner Frau Amornrat B.*, er sei für einige Wochen weg, er müsse einem Freund helfen. Jetzt sitzt er in Haft, die Polizei erwischte ihn am Montag mit vier Kilogramm Kokain.

Sie habe keine Ahnung gehabt, dass ihr Mann das Land verlasse, erzählte Amornrat B. der Zeitung «Phuketwan». Peter B. jedoch wusste sehr genau, was er tat und bestreitet dies auch nicht. Im berüchtigten Bangkoker Stadtteil Nana sollen erste Kontakte geknüpft worden sein. Schliesslich schmuggelte Peter B. die Drogen über La Paz, São Paulo, Dubai und Kuala Lumpur nach Phuket. Selber nahm er kein Kokain. «Es ging nur ums Geld», sagt Peter B.. 6000 Dollar lockten. Weil ihm die IV-Rente gestrichen wurde, war er in Geldnot. «Ich hatte Angst», so Peter B. zu «Phuketwan». Zweimal habe er die Tasche mit dem Kokain fast stehen gelassen. Einmal in einer Toilette in Brasilien und das zweite Mal, als er in Phuket ankam. «Ich wünschte, ich könnte die Wahl noch einmal treffen.»

In Thailand werden Drogendelikte sehr hart bestraft. Peter B. droht die Todesstrafe. Laut Amnesty International warten zur Zeit im Ferienparadies rund 700 Personen auf ihre Hinrichtung. Knapp die Hälfte waren wegen Drogendelikten zum Tode verurteilt worden. Vom letzten Jahr liegen Amnesty International keine Meldungen von Hinrichtungen aus Thailand vor, sieben Personen wurden aber zum Tode verurteilt. Daniel Graf, Sprecher von Amnesty International in der Schweiz, rechnet mit einem langen Prozess und bietet Angehörigen von Peter B. Hilfe an, falls dieser zum Tode verurteilt werden sollte.

Problematisch sind zudem die Haftbedingungen, die im Hochsicherheitsgefängnis Bangkwang herrschen, wo viele Ausländer ihre Strafen wegen Drogendelikten absitzen. Auch das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ist aktiv. Zur Zeit werden Abklärungen getroffen, um dem Schweizer zu helfen.

*Namen der Redaktion bekannt.

(feb)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • melanie am 15.05.2011 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    Peter droht Todesstrafe

    anstatt darüber zu diskutieren ob es falsch war von ihm das kokain zu schmuggeln oder nicht, sollte man diesem Mann doch helfen und etwas gegen dieses Menschen diskriminierendes Gefängnis unternehmen! Wir leben im im 21. Jahrhundert, kann doch nicht sein, dass Menschen in so einem Zustand ihre Strafe büssen müssen, geschweige denn getötet werden. & so was wegen Droge, während Vergewaltiger in anderen Ländern höchstens 10 Jahre bekommen!

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  • Stephan am 13.05.2011 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    Helfen oder nicht ? !

    Jeder weis es und trotzdem wird es immer wieder getan. Ob man Ihm helfen sollte oder nicht finde ich auch moralisch ein schwieriges Thema. Soll man einem Drogenschmuggler helfen? Meiner meinung nach hat er mit diesem Risiko gespielt und trotzdem verdient er keine Todesstrafe. Ich finde man sollte helfen sofern die Todesstrafe verhängt wird. Sonst sollte er auf sich selber schauen müssen. Mit einem guten Anwalt ist auch einiges zu erreichen.

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  • Christian am 13.05.2011 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    Tarif war klar

    Der Tarif Todesstrafe war schon vor der Tat klar und deutlich angesagt. Wer mit dem Feuer spielt, darf sich nicht wundern. Es bleibst einem - selbst als Gegner der Todesstrafe - nur das Schulterzucken.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • max muster am 20.05.2011 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Banged Up Abroad Bangkok - Part

    ich wünsche peter b alles gute, auch wenn er nicht gutes gemacht hat. der braucht alle nötige geistliche und finanzielle unterstützungen. stellt euch vor dort inhaftiert zu sein. such mal in youtube "Banged Up Abroad Bangkok" so muss er sich wohl gefühlt haben

  • Hans Meister am 18.05.2011 00:51 Report Diesen Beitrag melden

    Spinnt ihr alle ?

    Das Schweizervolk scheint nicht bei Sinnen ! Wenn die USA einen Mehrfach-Mörder hinrichten, geht ein Aufschrei des Entsetzens durchs Land ! Wenn Thailand den kleinen Schweizer Drogenkurier hinrichten sollte , gäbe es Applaus aus Bünzliland ! Ich glaubs einfach nicht , spinnt ihr alle ???

  • jack am 17.05.2011 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    hallo

    Woher wissen denn so viele Leute so genau über den Mann bescheid? Im Artikel steht ja z. B. nicht, warum er ein IV-Rente hatte.

  • marco koch am 16.05.2011 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    CHOK DEE KHRAP "Peter "

    Man Leute erstens wird ein schweizer niemals hingerichtet in thailand !!!!! und glaubt mir eins er hat die sogenannte todesstrafe schon erhalten mit dem aufenthalt im bangkok hilton !!!Jeder schweizer geht dort kaputt und zwar innerhalb von wochen weil es uns schweizer sehr gut geht und wir uns sowas nicht mal vorstellen können was da abgeht !!!

    • Päde am 17.05.2011 12:22 Report Diesen Beitrag melden

      Zum Thema.......

      Nochmals mein Buchtipp zum Thema Thaigefängnisse: "Colin Martin- Willkommen in der Hölle" So wie im Buch beschrieben ist es wirklich in thailändischen Gefängnissen!! Ich konnte es kaum aus der Hand legen!!

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  • Steven BKK am 16.05.2011 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    nur eine Frage des Geldes da wegzukommen

    Gut, es gibt eine Weg dem zu entkommen. Macht die Geldtaschen auf wenn ihr koennt & unterbreitet den Thais genug Bestechungsgeld. So ca. 5-10 Millionen Baht & die lassen dich gehen. Haben sie dieses Jahr schon zu oft gemacht & schon bei viel schlimmeren Delikten sich bestechen lassen. Viel Glueck!