Attentat in Brüssel

26. Juni 2014 10:27; Akt: 26.06.2014 10:44 Print

Museums-Schütze wird ausgeschafft

Die französische Justiz hat eine Auslieferung des mutmasslichen Todesschützen von Brüssel an Belgien angeordnet. Ein Anwalt des Verhafteten will Revision einlegen.

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Der 29-Jährige solle in Vollstreckung eines europäischen Haftbefehls an die belgische Justiz ausgeliefert werden, entschied das Berufungsgericht von Versailles bei Paris am Donnerstag.

Ein Anwalt des Verhafteten kündigte umgehend an, dieser werde gegen die Gerichtsentscheidung Revision einlegen. Dazu hat er drei Tage Zeit. Der zuständige Oberste Gerichtshof Frankreichs, der Kassationsgerichtshof in Paris, hätte dann 40 Tage Zeit zu urteilen, könnte aber auch deutlich schneller eine Entscheidung fällen.

Der französisch-algerische radikale Islamist steht im Verdacht, beim Anschlag im Jüdischen Museum in Brüssel am 24. Mai vier Menschen getötet zu haben. Er wurde knapp eine Woche nach der Tat im südfranzösischen Marseille festgenommen.

Täter fürchtet Auslieferung nach Israel

Der Verhaftete hatte bei einer Gerichtsanhörung angegeben, sich einer Auslieferung an Belgien nicht widersetzen zu wollen, wenn Belgien ihm versichere, ihn nicht an ein anderes Land auszuliefern. Der 29-Jährige fürchtet, er könne nach Israel ausgeliefert werden. Zwei der Opfer des Anschlags von Brüssel waren Israelis.

Der Anschlag auf das Museum hatte weltweit Entsetzen ausgelöst. Er schürte zudem die Sorge vor Anschlägen in Europa von Dschihadisten, die vom Bürgerkrieg in Syrien zurückkehren. Der mutmassliche Todesschütze soll mehr als ein Jahr in Syrien an der Seite islamistischer Kämpfer verbracht haben.

(pat/sda)