«Ich liebe mein Kind»

14. März 2019 21:56; Akt: 15.03.2019 09:19 Print

Das sagt die Rabenmutter aus der Müll-Wohnung

Ihre Tochter hat noch nie geduscht und weiss nicht einmal, wie eine Frucht aussieht. Dennoch behauptet Irina Garaschchenko, das Beste für ihr Kind getan zu haben.

So sieht die Wohnung von Irina Garashchenko aus: Russische Behörden haben Aufnahmen veröffentlicht, in der die 47-Jährige mit ihrem Kind gehaust haben soll. (Video: Youtube / Untersuchungsausschuss der Russischen Föderation)
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Irina Garaschchenko, die Mutter des 5-jährigen Mädchens, das aus einer zugemüllten Wohnung in Moskau gerettet wurde, sitzt in Untersuchungshaft. Die Behörden werfen ihr versuchten Mord vor. Sollte Garaschchenko verurteilt werden, drohen ihr bis zu 15 Jahre Haft.

Am Dienstag sagte die 47-Jährige vor Gericht aus. Dabei widersprach sie den Vorwürfen der Behörden und präsentierte sich laut dem Sender BFM als liebevolle Mutter, die nur das Beste für ihr Kind will. Ihre Aussagen:

Liebe

«Ich habe sie im Alter von 41 Jahren zur Welt gebracht. Sie ist mein erstes Kind. Fünfeinhalb Jahre lang habe ich für sie gesorgt, sie ernährt, sie erzogen. Natürlich habe ich sie geliebt. Ich würde sie nie verlassen.»

Chaos

«Als ich zurück in meine Wohnung kam, hat mich die Polizei verhaftet und nicht mehr reingelassen. Keine Ahnung, was da passiert ist. Ich war nur für wenige Stunden weg, da war die Wohnung aufgeräumt. Jemand anders muss alles durchwühlt haben.»

Entwicklung

«Meine Tochter ging nicht zur Schule, weil ich sie unterrichtet habe. Sie kann sehr schön sprechen und bis zehn zählen. Sie war in einem guten Zustand. Ich kümmerte mich um sie, wie jede andere Mutter. Vielleicht redet sie jetzt nicht, weil sie unter Schock steht.»

Reaktion

«Sie ist mein Kind. Ich will sehen, wie sie auf meine Anwesenheit reagiert. Ich möchte sie sehen, sie umarmen und küssen. Ich werde für meine Tochter kämpfen.»


Irina Garaschchenko muss sich wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten. (Quelle: Youtube/STRINGERS)

Die Ärzte haben eine andere Version

Das Mädchen, das laut der russischen Zeitschrift «Life» Lyuba heisst, wird seit seiner Rettung in einem Spital behandelt. Der Spitalleiter Ismail Osmanow gab dem Portal «Stolica» Details zum Entwicklungszustand des Kindes.

Sprache

«Sie kann leider nicht sprechen. Sie kann nur einzelne Silben aussprechen.»

Psyche

«Bis jetzt haben wir bei ihr keine psychischen Krankheiten entdeckt. Ihre Entwicklungsverzögerung ist darauf zurückzuführen, dass sich niemand mit dem Kind beschäftigt hat.»

Fähigkeiten

«Sie kann auf ihre Augen, ihre Nase und ihren Mund zeigen.»

Schlaf

«Sie weiss nicht, wie man auf einem Bett schläft. Wenn sie müde ist, rollt sie sich zusammen und schläft auf einem Stuhl ein. Erst danach legen die Ärzte sie auf ein Bett.»

Hygiene

«Sie weiss nicht, was eine Dusche ist, und zeigt Schwierigkeiten mit den einfachen Regeln der Hygiene. Sie möchte gar nicht baden und hat wirklich grosse Angst vor Wasser.»

Ernährung

«Sie hat noch nie in ihrem Leben eine Frucht gesehen. Als wir ihr eine Mandarine anboten, schaute sie sie lange an, dann probierte sie sie und lächelte glücklich.»

Anna Kuznetsowa, Ombudsfrau für die Kinder- und Jugendhilfe, verfolgt die Genesung des Mädchens. Auch Alexander Bastrykin, Vorsitzender des russischen Untersuchungsausschusses und enger Freund Wladimir Putins, ermittelt persönlich im Fall. Bis heute hat sich kein Angehöriger der Mutter bei den Behörden gemeldet.


Die kleine Lyuba erholt sich derzeit in einem Spital. (Quelle: Youtube / CNN Breaking News)

(kle)