Herzlose Managerin

06. Juli 2018 15:17; Akt: 06.07.2018 15:17 Print

Mutter soll kündigen, weil sie beim Sohn im Spital ist

Weil ihr Sohn an lebenserhaltende Maschinen angeschlossen ist, erscheint Crystal Fischer nicht zur Arbeit. Ihre Chefin hat kein Verständnis.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Crystal Fisher aus Albion im US-Bundesstaat Michigan macht Schweres durch: Vergangene Woche wurde ihr Sohn mit Fieber und Atemnot ins Spital gebracht. Der 18-Jährige liegt im künstlichen Koma und ist an lebenserhaltende Maschinen angeschlossen. Die Ärzte gehen von einer Blutvergiftung aus.

Doch als wäre das nicht genug, bekam die alleinerziehende Mutter, die in einem Tankstellenshop arbeitet, Ärger mit ihrer Chefin. Zwei Tage, bevor sie wieder hätte arbeiten müssen, informierte sie die Vorgesetzte per SMS über ihre Situation: «Mein Sohn bekommt immer noch lebenserhaltende Massnahmen. Bis er das Schlimmste überstanden hat, schaffe ich es leider nicht zur Arbeit. Ich lasse dich wissen, wenn es ihm besser geht und ich wieder zur Arbeit kommen kann.»

Post geht viral

So weit, so gut, sollte man denken. Doch die Antwort der Chefin hat es in sich: «So läuft das nicht bei uns, also akzeptiere ich deine Kündigung», schreibt sie. Die ganze SMS-Konversation postete Crystal Fisher auf Facebook. Der Post ging viral und wurde bislang knapp 90'000 Mal geteilt.

Obwohl Fisher mehrmals ungläubig nachfragte, liess sich die Managerin nicht erweichen: «Ich werde das hier nicht mit dir ausdiskutieren, ich bin schon sehr nett gewesen und habe Schichten getauscht. Es gibt keinen Grund, weshalb du nicht arbeiten kannst, und ich werde dieses Drama nicht tolerieren. Ende der Unterhaltung. Wenn du morgen nicht zu deiner Schicht erscheinst, gehe ich davon aus, dass du gekündigt hast.»

Das Nachsehen hatte schliesslich aber nicht die Mutter in Not, sondern ihre Chefin. Die Tankstellenshop-Kette PS Food Mart wurde auf Fishers Facebook-Post aufmerksam und feuerte die Vorgesetzte. Auf Facebook kommentierte das Unternehmen den Vorfall: «Unsere Untersuchung hat ergeben, dass mit dieser Situation absolut unangebracht umgegangen wurde. Infolgedessen ist die Managerin nicht mehr länger bei uns angestellt. Wir haben unserer Mitarbeiterin ausserdem noch einmal versichert, dass sie sich in dieser schwierigen Situation so viel Zeit nehmen kann, wie sie braucht.»


(mlr)