Irrläufer im Weltall

16. September 2011 10:54; Akt: 16.09.2011 14:46 Print

NASA-Satellit droht auf Moskau zu stürzen

Die US-Raumfahrtbehörde NASA starrt gebannt auf ihren alten Forschungssatelliten UARS. Ende September soll das riesige Stück Weltraumschrott in die Erdatmosphäre stürzen - und dabei nicht komplett verglühen.

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Der Satellit UARS wurde 1991 ins All geschickt. Er sendete 2005 letztmals Daten zur Erde. (Bild: NASA)

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Die NASA geht davon aus, dass der defekte Satellit UARS (Upper Atmosphere Research Satellite) in den Tagen um den 24. September in die Erdatmosphäre eintritt, wie sie am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. Dabei werde das mehr als sechs Tonnen schwere Stück Weltraummüll zwar auseinanderbrechen, aber nicht alle Teile würden in der Atmosphäre verglühen.

Russische Medien spekulieren, dass die Hauptstadt Moskau in der «Risikozone» liegen könnte, in der der Satellit von der Grösse eines Schulbusses heruntergehen wird. Gemäss der NASA ist es jedoch noch zu früh, um vorhersagen zu können, wo und wann UARS abstürzt.

Das Risiko, dass dabei Menschen verletzt werden, sei «extrem gering». Seit Beginn der Raumfahrt in den 1950er-Jahren habe es keine Schäden gegeben, wenn Müll aus dem Orbit auf die Erde gefallen sei.

Satellit 1991 ins All geschickt

Der Forschungssatellit wurde 1991 mit der Mission losgeschickt, die Ozonschicht und die Erdatmosphäre zu untersuchen. Die Messungen endeten im Jahr 2005. Seitdem ist der Satellit ausser Betrieb.

Die NASA beobachtet ihn nach eigener Aussage genauestens und berichtet auf ihrer Webseite stets über neueste Erkenntnisse. Wer ein Teil finde, das von dem Satelliten stammen könnte, solle es nicht anfassen, sondern die Polizei benachrichtigen, warnte die Behörde.

Der Schrott, der im Weltraum herumfliegt, nimmt massiv zu. Müllwolken wachsen heran und bedrohen Raketen, Raumschiffe und Satelliten, warnen US-Experten - und fordern Gegenmassnahmen.

(sda)

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