Vermeintliche Wunder-Creme

31. Mai 2017 18:28; Akt: 31.05.2017 18:29 Print

Nach Tattoo-Entfernung blieb diese Horror-Narbe

Eine Thailänderin nutzte eine Creme, um ein Rosen-Tattoo auf ihrem Dekolleté loszuwerden. Das Mittel entfernte jedoch viel mehr als nur die Tätowierung.

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Pasuda Reaw (20) aus Udon Thani im Nordosten Thailands machte eine schmerzhafte Erfahrung, als sie versuchte, ein Tattoo loszuwerden. Die junge Frau benutzte die sogenannte Rejuvi-Methode, um sich von einem farbigen Rosenbouquet auf ihrem Dekolleté zu trennen. Bei dieser Entfernungstechnik zersetzt eine Creme die farbigen Hautzellen chemisch. Aus der Tattoo-Farbe bildet sich zunächst Schorf, mit der Zeit verschwindet die Körperbemalung völlig.

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Bei Pasuda hatte die Behandlung allerdings verheerende Folgen, denn das angebliche Wundermittel entfernte nicht nur die Zellen mit den Farbpigmenten, sondern zerstörte auch das darunter liegende Gewebe. Eine tiefe Narbe ziert jetzt die Brust der jungen Frau.

Günstig, aber gefährlich

Pasuda dokumentierte auf ihrem Instagram-Konto die Prozedur: Einige Tage nach dem Auftragen der Creme scheint noch alles normal, doch dann entzündet sich die Haut, es entsteht eine offene Wunde. Kurz danach beginnt sich eine Kruste zu bilden – und Tage später fällt das Tattoo im wahrsten Sinne des Wortes einfach ab.

Gegenüber der «Bild»-Zeitung erklärt Dr. Afschin Fatemi, Facharzt für Dermatologie aus Düsseldorf, wie es zu einer solchen Infektion kommen konnte: «Leider wird es immer wieder als Wundermittel angepriesen, ein Tattoo mit hoch konzentrierter Milchsäure entfernen zu lassen, da sie, im Vergleich zu einer Laserbehandlung, kostengünstig wirkt.»

Die Lasertherapie kann es besser

Diese Cremes seien jedoch gefährlich, weil ihre Dosierung kompliziert ist: «Verwendet man zu wenig, passiert nichts, wird zu viel aufgetragen, kann es zu schlimmen Hautreizungen und Entzündungen kommen», warnt Fatemi.

Der Dermatologe Firas Al-Niaimi von der britischen Klinik Sk:n rät im Interview mit der «Huffington Post» ebenfalls von dieser Methode ab. Eine effektive und vor allem narbenfreie Tattoo-Entfernung biete nur eine Lasertherapie beim Fachmann, sagt Al-Niaimi. Der Laserstrahl wirke gezielt auf die Hautschichten ein, wo die Farbpigmente eingekapselt seien, und zerbreche die farbigen Partikel in kleinere Teilchen. «Dadurch wird die Haut weniger verletzt und die Narbenbildung minimiert.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • P. L. am 31.05.2017 18:48 Report Diesen Beitrag melden

    Antwortmöglichkeiten

    Wie wäre es mit: Ich lasse mir nur Motive mit tieferer, persönlicher Bedeutung stechen, sodass diese bis zum Lebensende passen und gar nicht erst entfernt werden müssen? Jetzt mal ehrlich Leute: Tattoos bleiben für s'Leben, lasst euch lieber nichts stechen, als irgendeinen Müll.

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  • jimmy am 31.05.2017 18:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich hab kein tattoo

    nun ja. immerhin ist das tattoo weg. wollte sie ja... besser nie eins machen, dann hat man das problem nicht und ohne tattoo ist man heutzutage einzigartiger als mit...

  • mal so am 31.05.2017 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    oie

    wow,sie wünscht sich jetzt sicher das tattoo zurück. habe selber welche,aber alle überlegt gestochen,darum bereue ich auch keines.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nikki am 01.06.2017 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erst studieren bitte...

    Deshalb sollte man sich erst gut überlegen was man sich stechen lässt und auch wohin! Und das am besten nicht nur ein paar Tage. Ich habe es selbst so gemacht, als ich nach zwei Jahren immernoch total begeistert war von Sujet und Stelle, hab ich es stechen lassen. Und niiiiieeeemals bereut !!! Es war kein "Gruppenzwang", kein Trend oder eine Modeerscheinung : es ist 100% meins!!!

  • weissesned am 01.06.2017 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    krass

    Deswegen habe ich keine Tattoos. Ausserdem finde ich, dass die die Narbe immer noch besser aussieht, als das ursprüngliche Tattoo.

  • Fischli am 01.06.2017 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frooooh

    Ich habe (noch) kein Tattoo und bin mit meinen 32 ziemlich die einzige im Freundeskreis, die keins hat. Bin so froh, dass ich mir die Motive welche ich damals cool fand doch nicht stechen liess :) würde es heute total bereuen. Aber wer weiss..vlt lasse ich es doch mal machen.. Sag niemals nie :)

  • Bronko am 01.06.2017 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    danke

    Könnten bitte alle "reinhäuter" entlich mal lernen, dass es Tattoo heisst! nicht tatoo, tatto, tatu...

    • @Huch? am 01.06.2017 17:03 Report Diesen Beitrag melden

      @Bronko

      Danke, das stört mich auch. Aber darf ich noch sagen, dass es "endlich" heisst und nicht "entlich"?

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  • schoggoli am 01.06.2017 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow

    Wow! Ich will gar nicht wissen wie schmerzhaft das physisch und psychisch ist!