Leck bei der Migros?

08. März 2011 22:49; Akt: 08.03.2011 23:25 Print

Nanos vorab im Internet erhältlich

von Deborah Sutter - Den für heute sehnsüchtig erwarteten Joker Megachamp konnte man bereits seit Tagen auf Auktionsplattformen ersteigern. Geboten werden dafür bis zu 60 Franken.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wohl ähnlich ungeduldig wie die Geschenke an Weihnachten wurde er von Kindern erwartet: der vierte und letzte Joker der Nanomania, der Mega­champ. Wie Recherchen von 20 Minuten nun zeigen, wird das heiss begehrte Plastikfigürchen bereits seit Tagen auf Ebay oder Ricardo gehandelt. Die Verkäufer rühmen sich teils damit, dass sie den letzten Joker vor seinem offiziellen Erscheinen anbieten können. Es hat sich ein regelrechter Graumarkt gebildet.

«Für den Megachamp haben wir an die 90 Angebote online – einige wurden ­bereits seit vorgestern angeboten und dubiose Mehrfach­angebote haben wir gelöscht», sagt Pierre-Marie Heller von ­Ricardo. Diejenigen Verkäufer, die ein Bild des verpackten ­Megachamps ins Netz stellten, hätten sich wohl intern irgendwie bedient: «Es muss ein Leck bei der Migros geben.» Bietet ­jemand aber den Megachamp an, ohne ihn dann tatsächlich liefern zu können, hafte der Verkäufer dafür, so Heller.

Bei der Migros ärgert man sich über das unsportliche Verhalten der Händler im Netz: «Wir haben diese Angebote ebenfalls bemerkt und gehen jedem einzelnen Fall nach und halten uns entsprechende Schritte im Einzelfall vor», sagt Migros-Sprecherin Monika Weibel. Die Frage, ob die Megachamp-Nanos an einem geheimen Ort bis zu ihrem grossen Auftritt aufbewahrt werden und wer sie abgestaubt haben könnte, wollte sie nicht beantworten.