Woodland, USA

16. Dezember 2015 08:36; Akt: 16.12.2015 08:36 Print

Nein zu Solaranlage – weil sie Sonnenlicht absaugt

Der Stadtrat von Woodland in North Carolina bewilligt vorerst keine weiteren Solaranlagen. Ein Grund: Bürger fürchten um die Sonnenkraft.

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Die Klimakonferenz in Paris ist mit einem Abkommen zu Ende gegangen, das unter anderem der Sonnenenergie weltweit zum Durchbruch verhelfen soll. In einem Weiler im amerikanischen Süden ist die Botschaft nicht angekommen: In Woodland, North Carolina, hat der Stadtrat vergangene Woche den Bau neuer Solaranlagen auf Stadtgebiet vorderhand mit einem Moratorium belegt.

Der City Council stimmte im Verhältnis von drei zu eins gegen die Umzonung einer landwirtschaftlich genutzten Fläche nördlich der Stadt. Damit kann das Unternehmen Strata Solar nicht wie geplant neben dem US-Highway 258 eine Solarfarm errichten. Vorerst will Woodland nicht mehr als die zwei bereits bewilligten Solaranlagen, die sich um das örtliche Umspannwerk gruppieren werden.

Zu wenig Sonnenlicht für Pflanzen

An der Sitzung hatten Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, sich zu dem Solarprojekt zu äussern, berichtet die Zeitung «News Herald». Das absurdeste Argument gegen die Solaranlage brachte Jane Mann vor, eine Naturkundelehrerin im Ruhestand. Ihre Sorge galt den Pflanzen, die den Reiz von Woodland ausmachten. Die Frau erhob den Einwand, die Sonnenkollektoren würden Sonnenlicht absaugen und damit die Photosynthese der benachbarten Vegetation beeinträchtigen.

Mann will neben existierenden Sonnenenergie-Installationen Zonen entdeckt haben, wo Pflanzen braun werden und absterben, weil sie nicht genug Sonnenlicht erhalten. Daneben argwöhnte sie, die Solaranlage würde Krebs erzeugen. Ihr Argument: Niemand könne ihr sagen, dass Solar-Panels keinen Krebs erzeugen.

Wirtschaftliche Argumente

Vertreter von Strata Solar hatten an der Sitzung einen schweren Stand. «Es gibt keine negativen Auswirkungen», sagte Beth Strahos im Namen der Firma. Ihr Kollege Brent Niemann betonte: «Die Panels ziehen kein zusätzliches Sonnenlicht ab.»

Die hanebüchenen Behauptungen der früheren Biologielehrerin fanden Eingang in hämische Berichte von Medien selbst ausserhalb der USA. Ausschlaggebend für den Stadtratsentscheid waren jedoch eher wirtschaftliche Argumente. An der Sitzung wurde klar, dass nur die Eigentümer der betroffenen Parzellen von der Solar-Investition profitieren würden. Der Stadt wurden bloss 7000 Dollar jährlich für Notfalltraining versprochen. Auch würde die solar produzierte Elektrizität die Stromrechnung der Einwohner nicht senken.

Alles Neue ist suspekt

Etliche Bürger von Woodland sahen in den Solaranlagen daher eine schädliche Neuerung. Die langjährige Einwohnerin Mary Hobbs sagte, ihr Land habe an Wert verloren, seit in der Nähe Felder mit Sonnenzellen bedeckt werden. Bobby Mann, der Mann der Bio-Lehrerin, warnte davor, dass die Solaranlagen die Attraktivität der Stadt beeinträchtigen würden. Gleich wie einst die Autobahn werden die Solarfelder Menschen zur Abwanderung treiben, glaubt Mann. «Ihr tötet unsere Stadt», sagte er. «Alle jungen Leute werden ausziehen.»

In Manns Sichtweise sind Sonnenzellen letztlich Symbole für alles unerwünschte Neue. Argumente solcher Art kennt man überall – auch jenseits von Amerikas zurückgebliebenem Süden.

(sut)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wildi am 16.12.2015 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Das sind genau so Leute wo Donald Trump wählen, und davon gibts Millionen in Amerika

    einklappen einklappen
  • Mike am 16.12.2015 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Naturkundelehrerin (!?)

    Ich möchte nicht wissen was diese Naturkundelehrerin ihren Schülern beigebracht hat.

    einklappen einklappen
  • Mr. SehrErstaunt am 16.12.2015 08:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verstörend

    Hier fragt man sich schon, welche Gedanken sich diese Frau dazu gemacht hat. Richtig denken, kann sie jedoch nicht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolf der Wolf am 17.12.2015 20:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das muß Sonnenstich sein

    Bei uns kommt der Strom aus der Steckdose wer den darein gemacht ist mir doch egal. Ich glaub die Stadtväter sind sauer das Sie nicht das Geld und nicht den Erfolg der neuen Solar Anlage fur sich verbuchen können. Ein Land was mit eins denn höchsten Pro Kopf Verbrauch an Energie hat, da sind auch schon die Lehrer geblendet von der vielen Sonne.

  • mannomann am 17.12.2015 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Aber etwas hat es doch!

    Hätte sie jetzt gesagt die Solarpanels absorbieren Licht und wandeln dies in Strom und Wärme um, was die Erde zuzsätzlich erwärmt, dann wäre sie als Lehrerin bestätigt. Und wenn sie dann noch verlangen würde, dass alle Häuser helle oder weisse Dächer oder Ziegel haben sollen, damit viel Licht ins All zurückgestrahlt wird, damit eine kleine Abkühlung der Erde erfolgt, dann wäre sie eine Vorreiterin von einfachen Lösungen gegen die Klimaerwärmung. Und wenn es dann noch einer nachrechnet, es würde tatsächlich funktionieren.

  • Die Eiskönigin am 17.12.2015 09:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau, das muss stimmen

    Als ich letzten Sommer in den Ferien am Strand lag mit vielen anderen Menschen hatte ich auch das Gefühl das ich friere weil mir die anderen Sonnenbadenden das Sonnenlicht wegsaugten! Aber nun weiss ich das ich nicht verrückt bin sondern das es stimmt. Danke Frau Naturlehrerin.

  • Vince Krüger am 17.12.2015 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schützet die Sonne

    Das sind nun offenbar die Nachkommen derjenigen Leute, welche vor einigen hundert Jahren behaupteten, die Erde wäre eine Scheibe, und die Sonne drehe sich eifrig um diese!

  • Gugus am 17.12.2015 00:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reißerische Schlagzeile

    Es wurde nicht wegen diesen, eher doofen, einsprachen auf Eis gelegt, sondern wegen der dürftigen Gemeinwohl Entschädigung. Für mich Nachvollziehbar.