Gewissens-TÜV eingeführt

26. Juli 2010 16:31; Akt: 26.07.2010 16:40 Print

Neonazis wollen deutsche Krippen unterwandern

In Deutschland läuten die Alarmglocken: Offenbar versuchen getarnte Neonazis, sich in Kindertagesstätten einzuschleichen.

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Als erstes Bundesland will das deutsche Bundesland Mecklenburg-Vorpommern mit einem Gesetz verhindern, dass Neonazis Kindertagesstätten (Kitas) unterwandern. Künftige Kita-Betreiber müssen vom 1. August an mit einer Selbsterklärung nachweisen, dass sie und ihre Mitarbeiter auf dem Boden der Verfassung stehen, wie Sozialministerin Manuela Schwesig am Montag in Schwerin erklärte.

Hintergrund sind vier Bewerbungen von Rechtsextremen um eine Kita-Trägerschaft. «Wer sich nicht zweifelsfrei zum Grundgesetz bekennt, der darf keine Kita übernehmen», betonte Schwesig.

Eine Vertreterin des Projekts Demokratie für Frauen im Landkreis Ludwigslust sprach von vier Versuchen, bei denen Rechtsextreme sich um Trägerschaft von Kitas bemüht hatten. Die Dunkelziffer sei allerdings erheblich höher, da nicht alle Versuche gleich erkannt würden. Zudem habe es einen Aufruf aus der rechtsextremen Szene an Frauen und Mädchen gegeben, sich als Kita-Erzieherinnen ausbilden zu lassen.

(ap)