Lebendig verbrannt

26. Januar 2015 19:22; Akt: 27.01.2015 10:44 Print

Neue Details zum Tod der schwangeren Maria P.

Maria P. musste sterben, weil sie schwanger war. Die Familie ihres Ex-Freundes hatte sie nie akzeptiert – obwohl sie der Liebe wegen zum Islam konvertiert war.

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Zwei Tage nach dem Fund der verkohlten Leiche der hochschwangeren Maria P. (19) werden weitere Details bekannt: So ist mittlerweile bestätigt, dass der mutmassliche Hauptverdächtige Eren T. der Vater des ungeborenen Kindes ist.

Die verkohlte Leiche von Maria P. war am Freitagmorgen in einem Waldstück in Treptow-Köpenick in Berlin entdeckt worden. T. und sein Kumpel sollen die hochschwangere Frau dorthin gelockt oder verschleppt haben. Danach stachen sie der Hochschwangeren ein Messer in den Bauch und setzten sie in Brand. Maria lebte noch, als sie verbrannte, darauf weisen Russpartikel in ihrer Lunge hin. Den Gerichtsmedizinern zufolge wehrte sich die junge Frau bis zuletzt; davon zeugen tiefe Schnittverletzungen an ihren Händen.

Maria P. und Eren T. waren nach Angabe von Bekannten seit September 2012 ein Paar gewesen. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur DPA habe T. seine Freundin verlassen, als er erfuhr, dass Maria schwanger war. T. habe sie noch aufgefordert, das Kind abzutreiben, berichten Freunde.

Opfer konvertierte aus Liebe zum Islam

Die Familie des türkischstämmigen T. akzeptierte die 19-jährige Berufsschülerin nicht als Freundin ihres Sohnes, obschon Maria aus Liebe zu Eren zum Islam konvertiert sei, wie Freunde des Opfers erzählen.

Ob die Familie des Täters in die grausame Tat involviert war, wird derzeit untersucht. Die Polizei dementierte jedoch am Montag Medienberichte, wonach die werdende Mutter kurz vor ihrem Tod Anzeige erstattet haben soll, weil sie sich bedroht gefühlt habe. «Es gab definitiv keine Anzeige», sagte ein Polizeisprecher. Allerdings hätten Verwandte und Freunde der jungen Frau den Ermittlern erzählt, dass sich Maria P. von ihrem Ex-Freund zunehmend bedroht gefühlt habe.

«Ein Glück, dass viele Täter so dumm sind»

Mittlerweile sitzen der 19-jährige T. und ein Komplize wegen Mordes in U-Haft. Der Ex-Freund des Opfers war am Freitag selbst zur Polizei gegangen, um eine Vermisstenanzeige aufzugeben. Bei den Befragungen verstrickte er sich aber so sehr in Widersprüche, dass er festgenommen wurde. Den Ermittlern war er «gefühlskalt und teilnahmslos» vorgekommen.

Am Sonntagabend wurde ein zweiter Tatverdächtiger festgenommen. Der 19-Jährige gestand die Tat, der Hauptverdächtige T. hingegen schweigt noch immer.

Dass T. seine schwangere Ex-Freundin als vermisst gemeldet habe, wundert die Berliner Polizei nicht. «Das ist ein bekanntes Ablenkungsmanöver», meint ein Jurist gegenüber dem «Tagesspiegel». Er fügte an: «Es ist unser Glück, dass viele Täter so dumm sind.»

(kle)