Inzestfall in Amstetten

04. September 2008 12:05; Akt: 04.09.2008 14:43 Print

Neue Namen für Fritzls Kinder

Auf den 1. September hatten sich die Fritzl-Kinder so gefreut: Endlich wieder in die Schule. Doch britische Medien bekamen Wind davon und aus der Aktion wurde nichts. Nun sollen die Kinder eine neue Identität bekommen.

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Die 15-jährige Lisa, die 14-jährige Monika und der 12-jährige Alexander sollten endlich wieder mal in die Schule gehen und ihre Freunde treffen, so wie es immer war, bevor der dramatische Entführungsfall ihrer Mutter Elisabeth Ende April ans Licht kam. Die drei waren als Findelkinder bei ihren Grosseltern Rosemarie und dem 73-jährigen Inzest-Vater Josef aufgewachsen.

Britische Medien verrieten die Pläne

Eine Woche vor Schulbeginn sollen britische Zeitungen über die Absichten berichtet haben, schreibt der österreichische Onlinedienst «oe24» - und warf damit die Pläne über den Haufen: Plötzlich waren mehrere Fotografen vor den Amstettener Schulen postiert, um die Kinder ablichten zu können.

Das Projekt, die Fritzl-Kinder an eine normale öffentliche Schule zu schicken, wurde bald darauf abgeblasen. «Der Druck ausländischer Medien lässt einen Schulbesuch nicht zu. Also gibt es weiter Privatunterricht durch qualifizierte Lehrer in der Klinik. Und diese Situation wird noch länger dauern», erklärte Landesschulpräsident Hermann Helm den Medien.

Nun greifen die Behörden ein: Den Fritzl-Kindern soll binnen zwei Monaten doch noch ein normales Leben ermöglicht werden. Sie sollen neue Namen bekommen und einen neuen – erfundenen – Lebenslauf. In Zukunft soll niemand mehr wissen, wer die Kinder mal waren.