Nicht mehr erwünscht

05. Februar 2014 10:51; Akt: 05.02.2014 10:51 Print

New York will die Schwäne ausrotten

Weil sie in Amerika nicht heimisch sind und andere Vögel verdrängen, sollen weisse Schwäne im US-Gliedstaat New York vernichtet werden.

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Der Betrachter sieht edle, anmutige Tiere, der Biologe gefrässige Eindringlinge: Höckerschwäne sollen aus dem US-Gliedstaat New York verschwinden. (Bild: Wikimedia/Marek Szczepanek)

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Verliebte füttern sie am Seerosenteich. Tänzer zelebrieren sie auf der Bühne. Und Umweltfunktionäre in New York? Die wollen weisse Höckerschwäne auf öffentlichem Grund ausrotten.

Das auf Englisch «mute swan» – stummer Schwan – genannte Tier würde lauthals protestieren, wenn es von den Plänen des New Yorker Naturschutzministeriums wüsste. Wie das Department of Environmental Conservation auf seiner Website schreibt, sollen von 2200 Höckerschwänen alle Tiere, die nicht auf Privatgrundstücken nisten, bis 2025 vollständig eliminiert werden. Nach dem Entwurf eines Management-Plans will man die weiss gefiederten Wasservögel mit den elegant gekrümmten, langen Hälsen sterilisieren, ihre Eier anbohren oder die erwachsenen Tiere ganz einfach erschiessen.

Gefrässig, gehässig und gefährlich

Zur Begründung der Aktion heisst es, Höckerschwäne stellten eine Gefahr für kleine Seen dar, weil sie jeden Tag bis zu vier Kilogramm Unterwasserpflanzen verzehren. Laut Experten verschmutzt ihr Kot Tümpel und Teiche. Mit ihrem aggressiven Naturell würden sie andere Wasservögel verscheuchen, und als grösste Vögel New Yorks die Luftfahrt gefährden. Überhaupt seien die romantischen Tiere erst im 19. Jahrhundert aus Europa eingeführt worden und daher fremde Eindringlinge.

Biologen und Vogelexperten haben Verständnis für das Vorhaben. In der breiteren Öffentlichkeit hat es hingegen Kopfschütteln ausgelöst. Im New Yorker Prospect Park sind die Höckerschwäne so beliebt, dass Besucher die individuellen Vögel auseinanderhalten können. Auch im Stadtteil Sheepshead Bay in Brooklyn werden sie von Passanten gefüttert. «Ich bin kein Umweltschützer, aber das ist verrückt», sagte ein Arbeiter zur «New York Times». Für die Ausrottungsaktion hat er nichts übrig: «Behandeln wir so Immigranten?»

Ästhetik nicht ausschlaggebend

Bisher gibt die zuständige Behörde den Einwänden nicht nach. «Ich wusste, dass es viele engagierte Schwanschützer geben würde», sagte Wasservogelspezialist Bryan Swift zur «Times». «Aber wir können unsere Management-Politik nicht nur auf der Ästhetik eines Vogels aufbauen.» Die Einsprachefrist gegen die Pläne läuft bis zum 21. Februar.

So aggressiv können Höckerschwäne in New York sein:

(Quelle: YouTube/knockbaun)

(sut)