Skandalurteil

12. Oktober 2009 15:39; Akt: 12.10.2009 16:16 Print

Nichte vergewaltigt, Bewährungsstrafe gekriegt

Das Schweriner Landgericht hat einen 40-jährigen Mann zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, der seine Nichte vergewaltigt und seine Tochter missbraucht hatte.

Fehler gesehen?

Der Mann aus Grevesmühlen in Mecklenburg-Vorpommern erhielt wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Mädchen eine zweijährige Freiheitsstrafe auf Bewährung. Dies berichtet das «Hamburger Abendblatt» in seiner Online-Ausgabe.

Das Gericht führte zur Begründung des milden Urteils an, der vierfache Vater sei nicht vorbestraft und habe den Opfern mit seinem Geständnis eine weitere Vernehmung erspart. Da die Delikte teilweise in den Jahren zwischen 2000 und 2004 stattfanden, sei zudem das alte Strafrecht massgeblich gewesen, das milder sei.

Auch Staatsanwaltschaft, Nebenklagevertreter und Verteidiger hatten lediglich eine zweijährige Bewährungsstrafe gefordert.

Hände gefesselt

Der Mann, der von Sozialhilfe lebt, hatte zugegeben, dass er mit seiner Nichte, die beim ersten Übergriff zwölf Jahre alt war, Geschlechtsverkehr hatte. Einmal habe er dem Mädchen die Hände gefesselt, um sie missbrauchen zu können. Seine eigene Tochter, zum Zeitpunkt der ersten Straftat achtjährig, hatte er einmal in Unterwäsche auf den Balkon gesperrt und dann der Nichte damit gedroht, das Kind umzubringen, wenn sie ihm nicht zu Willen sei. Die beiden Mädchen hatten ihr Martyrium erst 2006 offenbart.

Für das Gericht besteht beim Täter derzeit keine Wiederholungsgefahr. Auch bereue er den Missbrauch glaubhaft. Immerhin soll der Mann einen Sexualtherapeuten aufsuchen, zudem 90 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und der Nichte ein Schmerzensgeld von 1080 Euro zahlen.