19 Franken pro Packung

31. August 2018 05:36; Akt: 31.08.2018 06:03 Print

Nirgends sind Zigaretten so teuer wie in Australien

Australien erhöht erneut die Tabaksteuer und folgt damit einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation. Ziel ist, die Leute vom Rauchen abzuhalten.

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Wer mit seinem Zigarettenkonsum hadert, sollte ihn nicht reduzieren, sondern den Glimmstängel ein für alle Mal ausdrücken. Auch wer nur eine Zigarette pro Tag raucht, schadet sich stark. Das berichten britische Forscher im Fachjournal «BMJ». Demnach haben männliche Raucher, die täglich nur an einem Glimmstängel ziehen, ein um 48 Prozent erhöhtes Risiko für eine koronare Herzkrankheit (KHK) sowie ein um 45 Prozent erhöhtes Risiko eines Schlaganfalls gegenüber nichtrauchenden Geschlechtsgenossen. Für Frauen sieht es noch schlechter aus: Rauchen sie pro Tag eine Zigarette, steigt das Risiko einer KHK um 57 Prozent und das eines Schlaganfalls um 65 Prozent. Weitere Erkenntnis: Das Risiko eines einzelnen Glimmstängels liegt nicht bei einem Zwanzigstel des Risikos, wie man vielleicht denken könnte. Vielmehr entspricht es ganzen 40 bis 50 Prozent des Risikos für Schlaganfall und KHK, das von einer Schachtel mit 20 Zigaretten ausgeht. Aufgrund ... ... dieser Erkenntnisse lautet der Rat: «Raucher sollten lieber mit dem Rauchen aufhören, anstatt zu versuchen, die Anzahl der Zigaretten zu reduzieren», so Kenneth Johnson von der University of Ottawa in einem Kommentar zur Studie. «Es gibt kein sicheres Rauch-Level in Bezug auf Herz-Kreislauf-Krankheiten.» Um zu zeigen, was Zigaretten in der Lunge anrichten und wie schnell, hat die amerikanische Ärztegruppe Medspiration ein Video erstellt, das die Gefahren des Rauchens nachvollziehbar macht. Dafür konstruierten sie extra eine Apparatur, In schneller Folge liessen sie die Lunge 20 Marlboro Menthol rauchen. Dann kam der Vergleich. Hier eine Nichtraucher-Luftröhre. Hier die Luftröhre der Raucherlunge nach 20 Zigaretten. Auch von aussen sind bei der Raucherlunge (rechts) bereits Verfärbungen zu erkennen.

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Durch eine abermalige Erhöhung der Tabaksteuer um 12,5 Prozent kostet die 20er-Packung Zigaretten in Australien von diesem Samstag an mindestens knapp 27 australische Dollar - umgerechnet etwa 19 Franken. Im nächsten und im übernächsten Jahr soll der Preis nochmals um jeweils 12,5 Prozent steigen. Ziel ist, die Leute vom Rauchen abzuhalten.

Nach einem globalen Überblick des Magazins «Economist» sind Zigaretten in Australien damit so teuer wie nirgendwo sonst auf der Welt. Zum Vergleich: In der Schweiz kostet die gebräuchliche 20er-Packung laut dem Statistik-Portal Statista durchschnittlich 8,5 Franken. Wegen der Tabaksteuer gehören die Schweizer Preise zu den höchsten in Europa.

Mit Schockbildern vor den Gefahren gewarnt

Die australische Politik folgt einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Nach deren Einschätzung sind Tabaksteuern «mit Abstand der effektivste Weg, um Raucher zum Verzicht zu bewegen und Kinder davon abzuhalten, mit dem Rauchen anzufangen».

Für den Staat bedeuten höhere Steuern aber auch mehr Geld. Vergangenes Jahr nahm Australiens Fiskus knapp 7,8 Milliarden Euro über Steuern für Tabakprodukte ein. 2020 sollen es 10,6 Milliarden sein. Zudem werden Raucher in Australien mit anderen Mitteln abgeschreckt. Als erstes Land der Welt hatte man dort 2012 für alle Marken schlammgrüne Einheitspackungen eingeführt, auf denen mit Schockbildern vor den Gefahren gewarnt wird.

(scl/sda)