Christchurch

22. Februar 2011 11:59; Akt: 23.02.2011 00:07 Print

Noch sind Hunderte verschüttet

Nach dem schweren Erdbeben in Neuseeland sind noch zahlreiche Menschen in eingestürzten Gebäuden verschüttet. Andere irren auf der Suche nach Angehörigen verzweifelt durch die Stadt.

(Video: APTN-Video)
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Das Erdbeben der Stärke 6,3, das am Dienstag in der neuseeländischen Metropole Christchurch bisher 75 Menschen das Leben kostete, hat schwere Zerstörungen angerichtet. Es seien noch zahlreiche Menschen in eingestürzten Gebäuden eingeschlossen, meldet das Fernsehen und zeigt Bilder von Helfern, die Schwerverletzte aus dem Schutt ziehen. Immer wieder seien Hilfeschreie aus den Trümmern zu hören. Vermutlich mehr als 100 Menschen werden unter den Trümmern vermutet.

In Christchurch, der zweitgrössten Stadt Neuseelands, waren nach dem Erdstoss mehrstöckige Häuser in sich zusammengefallen, darunter mehrere Bürogebäude. Befreite Angestellte leisten derzeit den Eingeschlossenen Unterstützung: «Du musst warten, bis sie dich von der anderen Seite aus befreien», schreit eine Frau einem Arbeitskollegen zu, der unter einem vierstöckigen Gebäude begraben liegt. Das Beben ereignete sich um 12.51 Uhr Ortszeit. Zu dem Zeitpunkt waren die Büros, Strassen und Cafés der 340 000 Einwohner zählenden Stadt voll von Menschen.

Schlimmer als im September

Zu den vielen Eingeschlossenen gehört auch eine Gruppe Austauschstudenten aus Japan, wie der Direktor der Sprachschule in Toyama in Westjapan, Hisao Yoshida, erklärte. Die 21 Schüler und zwei Lehrer hätten gerade in der Cafeteria der Schule gesessen, als die Erde bebte, sagte Yoshida. Eine Lehrerin habe aus dem Gebäude ihre Familie in Japan angerufen. Ein Schüler habe sich ein Bein gebrochen. Aus Behördenkreisen in Toyama verlautete, neun Schüler und die beiden Lehrer seien in Sicherheit, zwölf seien aber möglicherweise noch in dem Schulgebäude gefangen.

Christchurch ist seit einem Erdbeben der Stärke 7,1 im September vergangenen Jahres von hunderten Nachbeben erschüttert worden. Bei dem Erdstoss vom 4. September entstand ein Milliardenschaden an mehreren hundert Gebäuden, und einige Menschen wurden verletzt. Ums Leben kam damals aber niemand. Obwohl das Erdbeben vom Dienstag auf der Richter-Skala schwächer war, haben die Bewohner das Gefühl, dass es mit jenem vor fünfeinhalb Monaten «überhaupt nicht vergleichbar» sei.

«Dieses Mal war es wirklich beängstigend», sagt ein Mann gegenüber dem Nachrichtensender «TV3». Er habe gesehen, wie Leute mit ihren privaten Fahrzeugen Verletzte in die Spitälern brachten, weil es nicht genug Ambulanzen gab. «Es ist ein Desaster». Nach Angaben des US-Instituts Geological Survey war dies das tödlichste Beben in Neuseeland seit 80 Jahren.

(kle)