08. April 2005 11:05; Akt: 08.04.2005 11:08 Print

PET-Recycling auf Höchststand

Die Recyclingquote von PET-Flaschen hat im vergangenen Jahr mit 78 Prozent einen neuen Höchststand erreicht.

Fehler gesehen?

Der Wiederverwertung zugeführt wurden zwei Prozent oder 14 Millionen Flaschen mehr als im Vorjahr. Der Verein PET-Recycling lehnt ein Pfand auf den PET-Flaschen im Kampf gegen das so genannte Littering ab.

Trotz der deutlichen Steigerung der Quote bestehe die Gefahr, dass einmal mehr so genannte Selbstentsorger die Quote insgesamt unter die gesetzlich vorgeschriebenen 75 Prozent rissen, warnt der Verein in einer Mitteilung vom Freitag. Während im Heimkonsum der Sammelerfolg bei über 90 Prozent liege, sei die Quote beim Unterwegskonsum bei knapp 50 Prozent. Auch eine PET-Flasche werde schnell einmal aus dem Autofenster geworfen und eine Verpackung mit bester Ökobilanz damit zu einer optischen Umweltverschmutzung. Der Verein PET-Recycling will dieses so genannte Littering-Problem zusammen mit den verantwortlichen Behörden und Gemeinden verursachergerecht lösen.

Der Einführung eines Pfandes zur Bekämpfung des Litterings erteilt er jedoch eine klar Absage. Der PET-Anteil beim Littering belaufe sich auf lediglich vier Prozent. Ein Zwangspfand sei für Konsumentinnen und Konsumenten, den Handel und die Behörden gleichermassen unbequem und eine grosse Belastung. Der Betrieb und die Infrastruktur eines Pfandsystems würden jährlich rund 120 Millionen Franken kosten. Die Situation in Deutschland zeige zudem, dass mit grösster Wahrscheinlichkeit ein Wechsel zu pfandfreien Verpackungssorten stattfinde, die schlechtere Ökobilanzen als PET aufwiesen. Zudem wäre der Disziplinierungseffekt nur gering. So seien allein 2003 in Deutschland 400 Millionen Euro Pfand verloren gegangen, respektive die entsprechenden PET-Flaschen in den Abfall gewandert.

Das freiwillige, heute gültige System habe sich bewährt. Dank des vorgezogenen Recyclingbeitrages von vier Rappen pro Flasche sei die Entsorgung und das Recycling von PET gedeckt. Wichtigster Erfolgsfaktor sei der landesweite, flächendeckende Service public, der heute aus einem Netz von 14.000 Sammelstellen ausserhalb des Handels bestehe. Dieses freiwillig betriebene Sammelstellennetz bringe fast ein Drittel der gesetzlich vorgeschriebenen Rücklaufquote von 75 Prozent. PET-Recycling will sich beim Ausbau des Sammelnetzes vor allem auf den Unterwegs- und Freizeitkonsum konzentrieren. Jüngstes Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit mit den SBB, durch die jedes Jahr rund 4,5 Millionen Flaschen zusätzlich ins Recycling gelangt sind.

(ap)