Hochwasser

09. Dezember 2010 06:41; Akt: 09.12.2010 14:58 Print

Panama-Kanal nach Unwetter wieder offen

Nach einer vorübergehenden Sperrung wegen Regenfällen ist der Panama-Kanal wieder geöffnet worden. In Kolumbien sind bereits 46 Menschen nach Erdrutschen ums Leben gekommen.

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Im Bild: Eines der grössten Schiffe, das durch den Panama-Kanal fahren darf, die Panamax am 21. Juli 1998. Der Kanal ist nach schweren Regenfällen geschlossen worden. (Bild: Keystone)

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Der Panama-Kanal, die wichtige Wasserstrasse, die den Pazifik mit dem Atlantik verbindet, war insgesamt 17 Stunden lang geschlossen. Es war das erste Mal seit mehr als zwei Jahrzehnten, dass der Kanal auf ganzer Länge gesperrt werden musste. Die Sicht war wegen des Regens teilweise so eingeschränkt, dass vor allem die Einfahrt in die Schleusen erschwert wurde. Durch den im Jahr 1914 eröffneten Panama-Kanal werden jährlich rund fünf Prozent des weltweiten Seehandels verschifft.

Nach Behördenangaben waren die nahen Seen Gatún and Alhajuela so weit angeschwollen, dass zur Entlastung Schleusentore zu der Wasserstrasse hin geöffnet werden mussten. Überschwemmungen richteten in dem mittelamerikanischen Land zudem schwere Schäden an. Mindesten acht Menschen kamen ums Leben. Der Regen habe Flüsse über die Ufer treten lassen und weite Gebiete überflutet, sagte der panamaischen Präsidenten Ricardo Martinelli. Tausende Menschen seien zu Schaden gekommen.

In den Bergen kam es zu Erdrutschen. Auch die Strasse, die parallel zum Kanal Panama-Stadt am Pazifik mit Colon am Atlantik verbindet, musste wegen Erdrutschen gesperrt werden. Zahlreiche Dörfer im Grenzgebiet zu Kolumbien wurden von der Aussenwelt abgeschnitten.

Tödliche Erdrutsche in Kolumbien

Nach dem verheerenden Erdrutsch in Kolumbien sind bislang 46 Leichen geborgen worden, darunter 22 Kinder. Nach Angaben des örtlichen Katastrophenschutzes wurden am Mittwoch (Ortszeit) noch immer rund hundert weitere Menschen unter den Schlammmassen vermutet. In dem betroffenen Verwaltungsbezirk Antiquia galt noch immer der Ausnahmezustand, während die Hoffnung, weitere Überlebende zu finden, weiter sank.

Am Sonntag waren in Bello, einem Vorort von Medellín im Nordwesten des Landes, rund 50 000 Kubikmeter Erde ins Rutschen gekommen, nachdem wochenlanger Regen den Untergrund aufgeweicht hatte. Dutzende Häuser wurden unter den Erdmassen begraben.

Angesichts der schlimmen Regenfälle boten die Rebellen der linksgerichteten Nationalen Befreiungsarmee (ELN) der Regierung von Präsident Juan Manuel Santos einen Waffenstillstand an. «Angesichts der Tragödie» sei die ELN zu diesem bilateralen Schritt bereit, damit sich die Regierung ganz auf die Rettungsmassnahmen konzentrieren könne, hiess es in einer im Internet veröffentlichten Erklärung.

Auch Kolumbiens Nachbarland Venezuela leidet derzeit unter ungewöhnlich viel Regen.

(ap)