04. April 2005 14:36; Akt: 04.04.2005 14:41 Print

Papst-Attentäter will zur Beisetzung nach Rom reisen

Der Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca will an der Trauerfeier für Johannes Paul II. teilnehmen.

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Wie Agcas Anwalt am Montag erklärte, will der derzeit in Istanbul inhaftierte Attentäter das türkische Justizministerium deshalb um Hafturlaub bitten.

Der Antrag solle noch im Laufe des Tages in Ankara eingereicht werden, sagte Rechtsanwalt Mehmet Demirbag im TV-Sender Habertürk. Schliesslich habe der Papst seinem Mandanten verziehen und ihn seinen «Bruder» genannt, erinnerte der Anwalt. «Wir denken schon, dass das Ministerium das genehmigt.»

Der heute 47-jährige Agca hatte 1981 auf dem Petersplatz in Rom auf den Papst geschossen, sass dafür 19 Jahre in italienischer Haft und wurde im Jahr 2000 in die Türkei abgeschoben, wo er wegen zwei in den siebziger Jahren begangenen Raubüberfällen zu weiteren sieben Jahren Haft verurteilt wurde.

Seine Entlassung steht in etwa zwei Jahren an. Die Hintergründe seines Anschlags auf Johannes Paul II. sind bis heute nicht aufgeklärt; der Papst selbst deutete kurz vor seinem Tod in einem Buch an, Agca sei kein Einzeltäter gewesen.

(sda)