Blasphemie

28. August 2008 16:27; Akt: 28.08.2008 16:50 Print

Papst will Frosch nicht hängen lassen

Nach dem Papst hat sich auch der italienische Kulturminister Sandro Bondi kritisch über den «gekreuzigten Frosch» des deutschen Künstlers Martin Kippenberger geäussert. Das umstrittene Amphibium hängt seit drei Monaten im Museion Bozen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Skulptur sei eine Beleidigung für Christen und Nicht-Christen gleichermassen, sagte Bondi am Donnerstag. Die Skulptur des 1997 in Wien gestorbenen Künstlers wurde kürzlich von der Direktion des Museums unter dem Druck von Lokalpolitikern aus dem Eingang des Museums in den dritten Stock verlegt. Die Direktion weigerte sich aber, das Werk überhaupt nicht mehr auszustellen.

Bondi gehört der konservativen Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi an, die ihre Beziehungen zur katholischen Kirche pflegt. Seine Ansicht deckt sich mit der von Papst Benedikt XVI.: Der gekreuzigte Frosch verletze «die religiösen Gefühle vieler Menschen, die im Kreuz ein Symbol der Liebe Gottes und unserer Rettung sehen», hatte dieser in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief bemängelt.

Das Kunstwerk von Kippenberger mit dem Titel «Zuerst die Füsse» sorgt in Südtirol seit der Eröffnung des Museions vor drei Monaten für Aufregung. Es zeigt einen gekreuzigten Frosch, der in der einen Hand einen Bierkrug und in der anderen ein Ei hält und die Zunge herausstreckt. Bereits am Eröffnungstag Ende Mai sprachen Kritiker von Gotteslästerung.

(sda)