Radikaler Umweltschützer

14. Mai 2012 02:44; Akt: 14.05.2012 07:53 Print

Paul Watson in Frankfurt verhaftet

Der Gründer von Sea Shepherd ist für seine spektakulären Umweltaktionen berüchtigt. Aufgrund eines Haftbefehls aus Costa Rica wurde er nun am Frankfurter Flughafen festgenommen.

Sharkwater - bei den Dreharbeiten zu diesem Film soll Sea Shepherd 2002 costa-ricanisches Seerecht verletzt haben. (Video: Youtube/SeaShepherdsociety)
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Paul Watson, Gründer und Chef der militante Umweltschutzorganisation Sea Shepherd, ist am Sonntag auf dem Weg nach Frankreich beim Umsteigen am Flughafen Frankfurt am Main festgenommen worden. Anlass für die Festnahme sei ein Haftbefehl aus Costa Rica, teilte die Präsidentin von Sea Sheperd in Frankreich, Lamya Essemlali, laut AFP mit.

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Der Haftbefehl aus Costa Rica gegen Watson, der die kanadische und die US-Staatsbürgerschaft besitzt, geht offenbar auf eine Aktion aus dem Jahr 2002 zurück, als die Gruppe auf die brutale Jagd auf Haie aufmerksam machte. Konkret geht es um eine angebliche Verletzung des Seeverkehrsrechts in Costa Rica während der Dreharbeiten des Films «Sharkwater», heisst es auf der deutschen Internet-Seite der Organisation.

Umweltexperten zufolge werden jährlich etwa 73 Millionen Haie getötet. Viele von ihnen müssen wegen ihrer begehrten Flossen sterben, die unter anderem in der chinesischen Küche als Delikatesse gelten. Die Tiere werden nach dem Abhacken der Flossen zurück ins Wasser geworfen, wo sie qualvoll verenden.

Militanteste aller Gruppierungen

Die Nichtregierungsorganisation Sea Sheperd setzt sich für den Schutz der Meere ein. Die Gruppe gerät mit ihren spektakulären Aktionen immer wieder in die Schlagzeilen. Sie gilt als eine der aktivsten, aber auch militantesten Organisationen. Kritikern gehen ihre Methoden zu weit.

Für weltweites Aufsehen sorgte im Januar 2010 die Versenkung des Sea-Shepherd-Bootes «Ady Gil», das in zwei Teile zerbrach, nachdem es von einem Harpunenboot gerammt worden war. Eine Untersuchungskommission kam zum Schluss, dass beide Parteien am Zwischenfall schuld waren. Aktivisten wie Walfänger hätten die Kollision in Kauf genommen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Viv am 14.05.2012 13:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir sollten uns mehr einsetzten wie er 

    Das ist ein skandal! Wir sollten uns auch mer für die umwelt und vorallem tiere einsetzen. wie kann man nur dem hai flossen abhacken und in dann zurück ins wasser werfen wo er qualvoll sterben muss!

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  • Peter am 14.05.2012 15:18 Report Diesen Beitrag melden

    Welches Gesetz hat er denn gebrochen?

    Gegen welches Gesetz hat er denn verstossen? Nur dass Costa Rica ein Haftbefehl erlassen hat, heisst nicht, dass er irgend ein Gesetz gebrochen hat. Eine angebliche "Verletzung des Seeverkehrsrechts", nur weil er gefilmt hat? Das ist wohl etwas weit her geholt!

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  • Friederich N. am 14.05.2012 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    Absurdität unserer Zeit

    Nun, Hauptsache die Natur geht vor die Hunde. Da machen Leute Wirtschaftskriege im Irak-Afghanistan-und-und-und, eine Nation finanziert Massenmord in der Elfenbeinküste, Multis reissen den Amazonas ab - aber wenn einmal jemand etwas FÜR DIE NATUR tut, dann wird er verhaftet. Ich gratuliere. Volltreffer in die Unvernunft.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ranna Karbid am 15.05.2012 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrheit

    Kann man denn militant sein ohne Waffen? recherchiert das noch einmal. Es ist die einzige organisation die mit ihren aktionen auch etwas erreicht.

  • Karin Schneider am 14.05.2012 21:52 Report Diesen Beitrag melden

    Deutschland will es allen Recht machen.

    Die Politiker fordern doch immer, das man couragiert sein soll und nun wird so ein couragierter Mann aufgrund eines Haftbefehls einer Bananenrepublik einfach mal so in Haft genommen.Peinlich und beschämend

  • Christian Albrecht am 14.05.2012 21:17 Report Diesen Beitrag melden

    wie beim vgt.ch

    das kommt mir so vor wie beim vgt.ch - der über die schrecklichen Zustände in den Schweizer Tierfabriken berichtet

  • Lars am 14.05.2012 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn jemand verhaftet gehört...

    ... dann die Besatzung und vor allem der Kapitän des Walfangschiffes. Das grenzt ja an einen Mordversuch.

  • Giorggio Rossi am 14.05.2012 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anarchie und fortgeschrittene Dekadenz?

    So so, bin ich da unter Anarchisten? Es gäbe genügend legale Wege, um sich für etwas einzusetzen. Solche Militante sind durch den Staat nicht einfach zu dulden, wenn sie Gesetze brechen. Wo kämen wir denn da hin? Wenn es um Umweltschutz geht könnten Nachbarn einander auch Gewalt antun im Namen der selbstdeklarierten Gerechtigkeit? Was für eine Moral, was für ein Staatsverständnis! Das ist nicht nur der Anfang von Dekadenz, da sind wir schon weiter als das römische Reich an dessen Ende!