Genieser

29. März 2010 21:32; Akt: 29.03.2010 20:10 Print

Paviane: Schrecken für südafrikanischen Winzer

Während Winzer hierzulande die Reblaus fürchten, gehören in Südafrika Paviane zu den grössten Feinden einer guten Ernte.

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Ein Pavian isst genüsslich Weintrauben. (AP)

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Die Affen schleichen in den Weinberg und zupfen genüsslich die besten Trauben von den Reben. Mit den gewöhnlichen Rebsorten geben sie sich nicht zufrieden – am liebsten nehmen sie Spätburgunder oder Chardonnay. Die Früchte schmecken köstlich. Und der Konflikt zwischen Mensch und Affe gewinnt Jahr für Jahr an Schärfe.

Weil sich die Weinberge immer weiter in den Lebensraum der Paviane ausdehnen und Waldbrände die Rückzugsgebiete zusätzlich verkleinern, ändern die Primaten eben ihre Fressgewohnheiten. Für die Winzer ist der Verlust aber keine amüsante Fuss­note, sondern eine ernstzunehmende wirtschaftliche Bedrohung.

«Sie nehmen die besten Trauben, die sauren werfen sie einfach auf den Boden», so Francois van Vuuren vom Weingut La Terra de Luc, etwa 80 Kilometer östlich von Kapstadt. Insgesamt gehen dort von den 11 Tonnen Ernte etwa 500 bis 600 kg an die Affen. Die Spätburgunder-Früchte, die später den teuersten Wein ergeben, sind bei den Pavianen besonders beliebt. ­Allein in der Region Constantia bei Kapstadt summieren sich die Schäden Jahr für Jahr auf bis zu 26 000 Euro. Dieses Jahr sei es besonders schlimm, klagen die Winzer. Von Januar bis März ist in Südafrika die Zeit der Lese.