Datums-Panne

18. Juli 2013 11:47; Akt: 18.07.2013 13:46 Print

Peinliche Schreibfehler bei NSU-Gedenksteinen

Auf Gedenksteinen für NSU-Opfer sind teilweise falsche Daten angegeben. Nach einem Lapsus in Dortmund zog sich der Fehler offenbar auch durch andere deutsche Grossstädte.

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Mehrere deutsche Städte haben solche Gedenksteine für die Opfer der NSU-Mordserie aufgestellt. Bei den Todesdaten gab es jedoch Verwirrung.

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Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) wird für zehn Morde in Deutschland verantwortlich gemacht. Auch weil der Staat bei der Jagd auf die Täter über Jahre hinweg versagt hat, bemüht sich Deutschland, wenigstens jetzt gerecht zu handeln: Einerseits wird dem NSU-Mitglied Beate Zschäpe derzeit in München der Prozess gemacht, andererseits soll den Opfern der mutmasslichen Täter gedacht werden.

Die Städte Dortmund und Nürnberg, in denen Bürger von den Nazis ermordet wurden, sollen Mahnmale an den rechten Terror erinnern. Doch als Reporter der «Bild» genauer hingeschaut haben, sind ihnen peinliche Fehler aufgefallen. Zwei Todesdaten sind verkehrt: Enver Simsek soll am 11. November 2000 in Nürnberg erschossen worden sein, dabei war es am 11. September. Ismail Yasars Tod wurde mit dem 5. Juni 2005 angegeben, obwohl er vier Tage später in Nürnberg ermordet wurde.

Seit gemeinsamer Erklärung blieb Panne unbemerkt

Die Leiterin des Nürnberger Bürgermeisteramts bestätigte den Fauxpas. «Das ist ein bedauerlicher Fehler, der sich eingeschlichen hat», sagte Christine Schüssler dem Boulevardblatt. Wie die «Welt» berichtet, gab die Stadt Dortmund zu, für den Irrtum verantwortlich zu sein. Seit einer gemeinsamen Erklärung der Stadtväter von Dortmund, Nürnberg, Hamburg, München, Rostock, Kassel und Heilbronn ziehe sich das falsche Datum durch.

Die Bürgermeister wollten eine einheitliche Erinnerung an die NSU-Verbrechen: In den betroffenen Städten werden rund zwei Meter hohe Steine aufgestellt, in die die Namen der Opfer graviert sind. Nürnberg hat bereits eine Korrektur angekündigt, in Dortmund ist schon der Steinmetz vorstellig geworden. «Die Korrektur wird später kaum zu erkennen sein», beruhigte André Faure die «Bild». Die Arbeit des Fachmanns wird die Stadtkasse mit rund 1000 Euro belasten.

(phi)