Sperma-Entnahme

08. März 2019 21:42; Akt: 08.03.2019 21:42 Print

Peter ist tot – trotzdem wollen seine Eltern Enkel

Als ihr Sohn unerwartet ums Leben kam, forderte Familie Zhu, dass sein Sperma entnommen wird, um in Zukunft Kinder zu zeugen. Ein Gericht sprach sich nun in dieser Frage aus.

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Die Eltern von Peter Zhu aus Concord in Kalifornien dürfen Grosseltern werden – obwohl ihr Sohn Peter nicht mehr lebt. Monica und Yongmin Zhu haben von einem Gericht in Westchester County im US-Staat New York die Erlaubnis bekommen, das Sperma ihres kürzlich verstorbenen Sohnes aufbewahren zu lassen und später für eine künstliche Befruchtung zu nutzen.

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Was meinen Sie: Darf man einem Verstorbenen Sperma entnehmen, um später damit Kinder zu zeugen?

Das Leben von Familie Zhu wurde am 23. Februar jäh auf den Kopf gestellt, als der 21 Jahre alte Peter einen Skiunfall hatte. Der junge Mann war an der Militärakademie West Point einer der besten seines Jahrgangs. Nach dem Unfall wurde er schwer verletzt in ein Spital gebracht, wo er vier Tage später für hirntot erklärt wurde, wie die «Washington Post» berichtet.

Peter wollte fünf Kinder

«An jenem Nachmittag brach unsere Welt zusammen», sagten Monica und Yongmin Zhu vor Gericht. «Wir können nicht in Worte fassen, welchen Schmerz wir verspürten. Peter war der netteste und liebevollste Mensch, dem man nur begegnen konnte.»

Der Sohn hatte oft mit seinen Eltern darüber gesprochen, wie er sich seine Zukunft vorstellte. «Er sagte uns, dass er sich fünf Kinder wünschte. Er wollte gern auf eine Ranch ziehen und Pferde züchten. Wir machten noch Witze darüber, dass es teuer sei, fünf Kinder grosszuziehen. Aber Peter beteuerte, dass er eine grosse Familie wolle.»

Eine ethische Frage, die geklärt werden muss

Weil Peter Zhu Organspender war, entnahmen die Ärzte nach seinem Tod seine Organe. Die Eltern baten das Personal im Spital, sein Sperma zu Fortpflanzungszwecken zu konservieren. «Es ist die einzige Möglichkeit, seinen Traum, Vater zu werden, zu erfüllen», sagten die Zhus. Die Familie stammt aus China. Wegen der dort seit Jahrzehnten geltenden Ein-Kind-Politik sei Peter der einzige Knabe seiner Generation in der Familie gewesen. «Er ist der Einzige, der unseren Stammbaum erhalten könnte. Ohne Peters Nachkommen wird unser Nachname aussterben», sagten sie.

Bevor die Ärzte die Spermien entnahmen, forderte das Spital eine gerichtliche Zusage, denn die Befruchtung von Eizellen mit dem Samen toter Spender wird seit 1999 stark infrage gestellt. «Ist es angemessen, das Kind eines toten Vaters bewusst zur Welt zu bringen?», fragte damals Alexander Capron, Professor für Recht und Medizin und Co-Direktor des Pacific Center für Gesundheitspolitik und Ethik an der University of Southern California in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP, nachdem der Fall einer Frau bekannt geworden war, die mit dem Sperma ihres verstorbenen Mannes ein Kind bekommen hatte.

Auf Social Media wird der Fall rege debattiert. «Fragwürdig», nennen es einige, «eine wunderschöne Geschichte» die anderen. Auch die Eltern von Peter Zhu sind hin- und hergerissen: «Sie freuen sich über den Gerichtsbeschluss, gleichzeitig trauern sie um ihren Sohn», sagte Joseph Williams, der Anwalt der Familie, zum Sender Fox News.

Was halten Sie von der Forderung der Eltern, Sperma des verstorbenen Sohnes zu entnehmen, um damit Grosskinder zu zeugen? Diskutieren Sie im Kommentarfeld mit!

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Antonia Müller am 08.03.2019 21:58 Report Diesen Beitrag melden

    total dagegen

    Was für eine perverse Idee, wie kann man nur auf so was kommen

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  • ChrisV am 08.03.2019 21:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kind ohne Vater

    Reiner Egoismus der Familie obwohl ich die Trauer verstehe um deren Sohn. Die Zeit lindert den Trauerschmerz, die schönen Erinnerungen bleiben.

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  • M_K am 08.03.2019 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja...

    Ich verstehe die Eltern umd den Wunsch, die Familie am Leben zu erhalten... aber was wird dem Kind mitgegeben? Einen toten Vater.... ob sich das lohnt?!?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Frieda Russo am 10.03.2019 00:17 Report Diesen Beitrag melden

    man kann's machen

    Aus meiner Sicht ist es nicht egoistisch den Traum des Toten Sohnes und von einem selbst zu erfüllen. Ich glaube auch nicht, dass es schlecht ist für das Kind. Es gibt heutzutage mehr Varianten von Familien als die durchschnittliche Familie mit zwei Kindern und einem Vater und einer Mutter. Die Kinder aus andern Familien heulen auch nicht stundenlang, weil sie z.B. drei Geschwister haben.

  • Egogrund am 09.03.2019 23:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vorherfragen

    Haben die grossenkel die ungeborene seele gefragt ob sie auf diese welt geboren will? Mit den enormen psychischen belastungen dieser degenerierten welt oder kommt dieser wille rein aus egoistischen gründen wie bei 80%der werdenden eltern!

  • Denkfabrik Bett Wanze am 09.03.2019 23:24 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach Egoismus in reinste Form

    Immer nach dem Motto , wir wollen alles , wir können es uns erlauben, kleine Kinder abtreiben, oder neue nach dem Tod zeugen. Das ist die traurige neue Welt der progressivstem

  • Tom, Father am 09.03.2019 22:19 Report Diesen Beitrag melden

    Reiner Egoismus der Groseltern!

    Das ist nicht ok und ist reiner Ego- und Narzismus der Groselter. Was genau hat das Kind davon- nichts!

  • Antonio II am 09.03.2019 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was will der Mensch den noch?

    Er träumte von einer Ranch und Kinder?! Manchmal sollten Träume einfach auch nur Träume bleiben, man weiss nie wieso es genau so geschehen ist mit seinem frühzeitigen Tod. Aber ich verstehe dass gewisse Menschen alles geben würden nur um ihren Traum zu erfühlen und dabei eigentlich vergessen dass es Ihnen schon sehr gut geht. Siehe: - Leben in China - Leben in der USA