Razzia im Dschungel

04. Oktober 2011 08:11; Akt: 04.10.2011 09:57 Print

Polizei befreit fast 300 Sex-Sklavinnen

Im peruanischen Dschungel wurden in 60 Bordellen Razzien durchgeführt. In der Umgebung illegaler Goldminen entdeckten die Behörden viele gefangengehaltene Prostituierte, darunter eine 13-Jährige.

Video: Bericht über Razzia (YouTube)
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Es gibt Orte auf der Welt, da sind Himmel und Hölle nahe beieinander. Die Region Madre de Dios im peruanischen Amazonas ist ein solcher Ort. Der Boden auf dem Landstrich, der übersetzt «Gottesmutter» bedeutet, ist voll von Gold. Die Natur wird dort regelrecht geplündert.

Doch nicht nur die Natur wird im peruanischen Dschungel ausgenutzt. Auch Frauen und Mädchen werden missbraucht. Ein Grossaufgebot von rund 400 Polizisten führte am Wochenende Razzien in 60 Bordellen im peruanischen Dschungel durch. Dabei seien 293 Frauen befreit worden, die als Sex-Sklavinnen gehalten wurden, teilte die peruanische Polizei mit. Darunter seien mindestens fünf Minderjährige, von denen die Jüngste 13 Jahre alt sei, sagte Staatsanwalt Fernando de Santa María. Fünf mutmassliche Zuhälter seien wegen des Verdachts auf Menschenhandel festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.


Video: Berichte über Razzia (YouTube)

Illegale Minen, Sex-Sklaverei

Das Problem ist altbekannt. Tausende Glücksritter haben sich in dem betroffenen Amazonasstaat Madre de Dios niedergelassen und suchen in zahlreichen illegalen Minen nach Gold. Dabei zerstören sie rücksichtslos den Regenwald und vergiften die Umwelt mit Tonnen von Quecksilber, das sie benutzen, um das Gold auszuwaschen.

Wo illegal geschuftet wird, ist das (illegale) Vergnügen nicht weit. Wie Latina Press schreibt, sind in den vergangenen Monaten laut «Save the Children», der grössten unabhängigen Kinderrechtsorganisation der Welt, in der Region Madre de Dios mehr als 1100 Kinder entdeckt worden. Sie arbeiteten in den illegalen Lagern der Goldgräber und wurden sexuell ausgenutzt.


(kub/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M. S am 04.10.2011 09:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig

    Genau stefano. Und mit Diamanten ist es leider ebenso. Alle kriegen glänzende Augen davon, aber wo sie herkommen und an das Leiden der Menschen die sie beschaffen denkt keiner.

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  • Stefano am 04.10.2011 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Goldgier

    Und das Gold kommt als Wertanlage oder Schmuck nach Europa, in die USA und überall sonst hin, hängt als dekoratives Statussymbol an faltigen alten Frauenhälsen. Die Schuldigen an dieser Tragödie sitzen zwar im Dschungel, halten sich Kinder als Sexsklaven und zerstören die Natur, die Verantwortlichen hingegen sitzen hier in Büros, an Schaltern, im Altenheim etc. und es interessiert sie keinen deut wo ihr Gold herkommt. Genau wie alles andere. Die Ignoranz der Vermögenden ist der Tod und das Elend der restlichen Welt.

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  • Marco Kälin am 04.10.2011 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Ês traurig aber wahr...

    Es ist nicht nur in diesem Bereich so... In Asien, in Afrika, Süd-Amerika, Russland und auch in Europa... Egal wohin man geht, mal mehr mal weniger werden die schwachen Menschen von skrupellosen Menschen ausgenutzt, missbraucht, zu Handlungen jeglicher Art gezwungen, erniedrigt, hintergangen und vieles mehr nur damit diese Leute etwas mehr Reichtum haben! Doch was ist Reichtum? Das ist dass was Menschen nicht brauchen und doch DAS hinter dem "fast" jeder Mensch her ist. Interessant an der Geschichte ist das man Reichtum und Macht nicht mitnehmen kann wenn man für immer geht!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Michael Palomino (*1964) am 04.10.2011 21:08 Report Diesen Beitrag melden

    Nebenwirkungen

    Gold hat seine grausamen "Nebenwirkungen", Öl hat ebenso seine grausamen "Nebenwirkungen", das heisst, jede Förderung von Metall oder Treibstoffen hat seine "Nebenwirkungen". Ausser man benutzt regenerative Energiequellen und verzichtet auf Metalle. Dann wird das Leben automatisch friedlicher.

  • Hermann H. am 04.10.2011 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wermut

    Wo sind hier die Umweltfanatisten, die bei jeder Gelegenheit darauf hinweisen, wie verschmutzend angeblich der Uranabbau sei? Man sollte sich zuerst an der eigenen Nase nehmen.

    • Philipp Federer am 04.10.2011 16:34 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Ablenkung bitte!

      @Hermann H. Beides ist verwerflich. Den Uranabbau, Umweltfreunde und die Sex-Sklavinnen in einem zu erwähnen ist völlig deplatziert. Umweltfreunde sind gegen jegliche Ausbeutung.

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  • Raymond am 04.10.2011 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Wir alle, ohne Ausnahme konsumieren Gold

    Welch falsche Moral, wer sitzt alles vor dem Fernseher und ergötzt sich an seinem fullHD Bild welches über ein Goldkabel in die Wohnstube kommt. Handys, Tablets, PC's, Laptop's überall sind Edelmetalle welche auf zerstörerische Art und Weise gewonnen werden. Das Menschengeschlecht ist nun mal von Natur aus zum Elend und Untergang bestimmt, eines Tages wird unser Schlaraffenleben zu Ende sein.

    • muller martin am 04.10.2011 16:33 Report Diesen Beitrag melden

      hehe

      nur lustig das du das von einem PC au schreibst!

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  • Dani am 04.10.2011 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Monster Konsument

    Wie bei allem, wer extrmem Leid ausgesetzt wird, Prostitution, Menschenhandel, Massentier- haltung für billig Fleisch und Pelzhandel, immer und in jedem Fall sind die wirklichen VerbrecherInnen beim Konsument zu suchen.

    • Ross Barrik am 04.10.2011 13:31 Report Diesen Beitrag melden

      so ist es!

      Absolut korrekt! Der Konsument muss sich tatsächlich mehr Gedanken machen, vorallem beim Konsum von tierischen Produkten.

    • Tommy am 04.10.2011 15:29 Report Diesen Beitrag melden

      @Dani und Ross

      Diese Dinge sind zwar traurig, aber sie sind halt so und lassen sich nicht ändern. Und nur weil ihr kein Fleisch esst und keine Goldringe tragt geht es niemandem besser. Dann wird einfach eure Portion Fleisch weggeworfen und ein anderer kauft das Gold auf das ihr verzichtet habt. Es sterben also genau so viele Minenarbeiter und Tiere wie sonst.

    • Sigi am 04.10.2011 16:56 Report Diesen Beitrag melden

      Kapitalismus lebt vom Konsumwachstum

      Ergo Kapitalismus abschaffen? Tönt ganz plausibel, liebe SP. Hatte euch bis heute belächelt, aber da steckt schon ein wahrer Kern dahinter.

    • Karin am 04.10.2011 17:04 Report Diesen Beitrag melden

      Männerwelt

      Männer betonen hier nur, dass die Menschheit aus zwei Geschlechtern besteht, wenn's um die Schuldverteilung von Schandtaten geht. 99% des Planeten ist im Besitz von Männern. Männer regieren die Welt. Nur beim Schuld verteilen und billigen Arbeiten, erinnert mann sich an Frauen.

    • Hubert K. am 05.10.2011 01:37 Report Diesen Beitrag melden

      @Tommy

      "sind halt so und lassen sich nicht ändern?" dieses "ist so weil ist so"-denken macht krank! wenn die menschen keinen bedarf haben in ein bordel zu gehen, wird es auch keine prostitution mehr geben! klassisches Angebot und Nachfrage!! wenn alle sich selbst an der nase nehmen und ihr eigenes verhalten ändern, dann kann so einiges geändert werden!

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  • Marco Kälin am 04.10.2011 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Ês traurig aber wahr...

    Es ist nicht nur in diesem Bereich so... In Asien, in Afrika, Süd-Amerika, Russland und auch in Europa... Egal wohin man geht, mal mehr mal weniger werden die schwachen Menschen von skrupellosen Menschen ausgenutzt, missbraucht, zu Handlungen jeglicher Art gezwungen, erniedrigt, hintergangen und vieles mehr nur damit diese Leute etwas mehr Reichtum haben! Doch was ist Reichtum? Das ist dass was Menschen nicht brauchen und doch DAS hinter dem "fast" jeder Mensch her ist. Interessant an der Geschichte ist das man Reichtum und Macht nicht mitnehmen kann wenn man für immer geht!