Zufall

05. Dezember 2014 22:19; Akt: 06.12.2014 20:46 Print

Polizei entdeckt Nazi-Pool in Brasilien

Die brasilianische Polizei entdeckt in einem Pool ein Hakenkreuz. Obwohl die Verbreitung von Nazi-Symbolen verboten ist, hat der Hausbesitzer nichts zu befürchten.

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Dieses Bild sorgt derzeit in Brasilien für Wirbel: Im Pool dieser Villa im Städtchen Pomerode entdeckte die Polizei ein Hakenkreuz. (Bild: Polícia Civil)

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Ein Zufall brachte den Besitzer einer Villa in Brasilien kurz in Schwierigkeiten: Die Polizei entdeckte während eines Überfluges des Grundstücks ein riesiges Hakenkreuz auf dem Beckengrund seines Swimming-Pools.

Wie die Zeitung «Jornal de Santa Catarina» schreibt, flog die Polizei während einer Rettungsaktion über die Kleinstadt Pomerode im Bundesstaat Santa Catarina, als der Pilot eines Helikopters das Nazi-Symbol im Schwimmbecken bemerkte. Der Pilot fotografierte die Szene und postete das Bild auf der Website der Polizei. Das Foto verbreitete sich daraufhin auf sozialen Netzwerken wie im Lauffeuer.

Haus ganz in der Nähe der deutschen Kolonie Blumenau

Es stellte sich heraus, dass die Villa einem Geschichtslehrer gehört. Der namentlich nicht erwähnte Mann wollte sich jedoch nicht zur fragwürdigen Dekoration in seinem Garten äussern.

Laut brasilianischem Gesetz ist die Verbreitung von Nazi-Symbolen nicht gestattet. Ein Vergehen wird mit zwei bis fünf Jahren Haft bestraft. Doch der Villenbesitzer hat Glück: Die Behörden haben entschieden, keine Anzeige gegen den Mann zu erstatten. Der Grund: Es handle sich grundsätzlich nicht um eine «Verbreitung», da sich das Hakenkreuz auf privatem Grund befinde, der normalerweise nicht einsehbar sei.

Das 27'000-Einwohner-Städtchen Pomerode liegt rund 30 Kilometer nördlich der Stadt Blumenau, die Ende des 19. Jahrhunderts von deutschen Einwanderern gegründet worden war. Bis noch vor 50 Jahren war hier Deutsch die vorherrschende Sprache.

Nach dem Zweiten Weltkrieg emigrierten erneut viele Deutsche nach Südamerika — in den Süden Brasiliens, Argentiniens oder Chiles. Unter den Migranten waren auch Mitglieder des Nazi-Regimes, die vor einer Strafverfolgung flüchteten.

(kle)