Kidnapping in Kalifornien

22. Mai 2014 22:54; Akt: 23.05.2014 14:51 Print

Polizei glaubt dem Entführungsopfer

Der Anwalt des mutmasslichen Entführers zieht die Aussagen der jungen Frau in Zweifel. Sie habe alles erfunden, sagt er. Doch die Ermittler haben den Peiniger formell beschuldigt.

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Seit Montag schockt ein neuer Fall einer entführten und jahrelang misshandelten Frau die USA. Das Opfer hat nach eigener Aussage ein zehn Jahre langes Martyrium in der Gewalt eines Kidnappers überlebt. Während ihrer Gefangenschaft im US-Staat Kalifornien sei sie immer wieder von ihrem Peiniger sexuell missbraucht und psychisch misshandelt worden, teilte die Polizei der Stadt Santa Ana nahe Los Angeles am Mittwoch mit. Der Anwalt des Beschuldigten, Charles Frisco, widersprach dieser Darstellung.

Am Donnerstag wurde der 41-jährige Isidro Garcia jedoch formell von der Staatsanwaltschaft beschuldigt: Dem Verdächtigen werden Entführung zum Zweck der Vergewaltigung, obszöne Akte mit einer Minderjährigen und Freiheitsberaubung vorgeworfen. Der Mann bleibt in Untersuchungshaft.

Aussagen von Täter und Opfer stehen im Widerspruch

Garcias Anwalt hatte am Tag zuvor die Behauptungen des mutmasslichen Opfers als «Lügen» bezeichnet. Die Frau habe die Geschichte von der erzwungenen Heirat und der physischen und sexuellen Gewalt erfunden, weil die Beziehung zu ihrem Mann in die Brüche gegangen sei. Sein Mandant habe seine Frau nie geschlagen und sie auch nie daran gehindert, ihn zu verlassen, hatte Charles Frisco am Rande einer Anhörung vor Gericht gesagt.

Das Opfer, das mit dem mutmasslichen Entführer eine dreijährige Tochter hat, war am Montag zur Polizei gegangen. Zuvor hatte sie ihre Schwester über Facebook aufspüren und kontaktieren können. Den Ermittlern erklärte sie, im Jahr 2004 vom damaligen Freund ihrer Mutter entführt worden sein.

«Ich wundere mich, dass sie solange wartete»

Für Aussenstehende hatten Garcia und die junge Frau ein scheinbar normales Leben geführt. Die Nachbarn zeigten sich schockiert. Das Paar sei in der Nachbarschaft bekannt dafür gewesen, die Kirche zu besuchen und Feste zu geben, bei denen es Tombolas für die Kinder im Ort veranstaltete. «Ich wundere mich, dass sie solange wartete, bis sie etwas tat», meinte Rita Salazar, die gegenüber wohnt.

(kle/sda)