Sohn als Geisel

29. März 2011 17:19; Akt: 29.03.2011 18:25 Print

Polizei stoppt bewaffneten Mann

Die Geiselnahme von Bad Langensalza ist unblutig zu Ende gegangen. Bei einer «günstigen Gelegenheit» wurde der Mann von der Polizei überrumpelt und verhaftet.

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Der Mann hatte seinen vierjährigen Sohn nach einem Raub in einem Supermarkt in der Nähe seines Wohnhauses als Geisel genommen. Eine Stürmung der Wohnung durch das herbeigerufene Spezialeinsatzkommando sei «das absolut letzte Mittel», betonte der Polizeisprecher. Das Verhandlungsteam, dem auch ein Psychologe angehöre, befinde sich derzeit in telefonischem Kontakt mit dem Geiselnehmer.

Um das Wohl des Kindes nicht zu gefährden, gehe die Polizei «mit sehr viel Fingerspitzengefühl» vor, sagte der Sprecher. Der Täter stehe unter grossem psychologischen Druck und zudem wissen man nicht, «was sich in der Wohnung abspielt». Die Polizei schloss aber aus, dass sich weitere Personen in der Wohnung des Geiselnehmers befinden.

Der Tatort wurde weiträumig abgesichert, die umliegenden Strassen inzwischen gesperrt. Zeugen hätten angegeben, dass der Täter weitere Waffen besitze, sagte der Sprecher. Bisher sei der Mann polizeilich nicht aufgefallen. Bei einer «günstigen Gelegenheit» sei um 17.50 Uhr der Zugriff erfolgt, sagte ein Polizeisprecher. Der vierjähriger Sohn wurde offenbar unverletzt herausgetragen. Der Geiselnehmer wurde später von zwei Beamten abgeführt. Er trug eine rote Trainingsjacke, die Kapuze hatte er über den Kopf gezogen.

Supermarkt-Leiterin bedroht

Der 30-jährige hatte am Morgen gegen 9 Uhr die Leiterin eines Supermarkts mit einer Pistole bedroht. Sie stellte ihn zur Rede, nachdem er Lebensmittel in seine Tasche gesteckt hatte und den Markt verlassen wollte, wie die Frau auf dapd-Anfrage sagte.

Anschliessend flüchtete der Täter mit dem Kind und verbarrikadierte sich in seiner Wohnung. Die alarmierten Polizisten warnte er davor, seine Wohnung zu stürmen. Nach Angaben der Polizei drohte er damit, «dass alles in die Luft fliegt».

(ap)