Demonstration in Barcelona

20. Dezember 2018 20:40; Akt: 21.12.2018 00:43 Print

Polizist erschiesst Hund eines Obdachlosen

Auf offener Strasse schiesst ein Polizist einem Hund in den Kopf. Wie es dazu kam – darüber sind sich Passanten und die Polizei uneinig.

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In Barcelona wurde am Dienstag ein Hund auf offener Strasse von einem Polizisten erschossen. Wie es dazu kommen konnte, ist noch nicht eindeutig klar, denn es kursieren zwei Versionen der Vorgänge. Auf der einen Seite steht die Geschichte des Polizisten, der den Schuss abfeuerte.

Dieser gibt an, einen obdachlosen Strassenverkäufer angesprochen zu haben, um ihn zu kontrollieren, wie die Zeitung «El País» schreibt. Dabei sei dessen Hund auf ihn losgegangen und habe ihn in die Hand gebissen. Der Verkäufer habe seinen Hund nicht unter Kontrolle bringen können. Das Tier habe den Polizisten wieder und wieder angefallen. Da er um seine Gesundheit besorgt gewesen sei, griff der Beamte zur Schusswaffe.

Polizist mit Rollbrett geschlagen

Die zweite Version der Geschichte stammt von den Passanten, die sich ebenfalls gerade auf der Plaça Espanya befanden. Sie berichten, dass der Polizist den Mann habe kontrollieren wollen, dieser aber abwehrend reagiert habe. Dabei sei der Hund nervös geworden. Gebissen oder angegriffen habe er den Polizisten nicht. Dieser habe dennoch die Pistole gezogen und den Hund in den Kopf geschossen.

Darüber, was danach geschah, sind sich allerdings alle einig. Der Strassenverkäufer griff nach seinem Rollbrett und schlug dieses dem Polizisten über den Kopf. Dieser verlor dabei einen Zahn. Sogleich rief er Verstärkung, die den Obdachlosen schliesslich überwältigen konnte.

«Der Hund war alles, was der Mann noch hatte»

Auf den sozialen Medien wurden sogleich Proteste gegen die Handlung des Polizisten laut. Am Mittwoch kam es ausserdem vor dem Stadthaus in Barcelona zur einer Demonstration aufgebrachter Bürger.

Sie verlangen, dass der Fall genauer untersucht wird. Es könne doch nicht sein, dass ein Polizist wahllos einen Hund auf offener Strasse erschiessen könne. «Der Hund war alles, was der Mann noch hatte», sagt eine Frau, die den Vorfall miterlebt hat zu den lokalen Medien. «Der Polizist hat überhaupt keine Empathie gezeigt.»



(doz)