Ferguson USA

10. August 2014 22:00; Akt: 11.08.2014 08:47 Print

Polizist erschiesst unbewaffneten Teenie

Der 18-jährige Michael Brown lief auf der Strasse statt auf dem Trottoir. Das führte zum Streit mit einem Polizisten – der den Teenager in der Folge erschoss.

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47 Personen wurden in der Nacht vom 19. auf den 20. August in Ferguson verhaftet. Die Demonstranten hatten Wasserflaschen auf die Polizei geworfen. Am Abend des 19. August protestieren die Bewohner von Ferguson zuerst friedlich gegen die brutale Vorgehensweise der Polizei gegen Afro-Amerikaner. Die Polizei verhaftet Demonstranten nach gewalttätigen Auseinandersetzungen am Morgen des in Ferguson. Die Polizei setzt am 17. August Tränengas ein, um eine Menschenmenge aufzulösen. Der Gouverneur von Missouri, Jay Nixon, rief am für die Stadt Ferguson den Notstand aus und verhängte eine nächtliche Ausgangssperre. Nachdem amder 18-jährige Michael Brown von Polizisten erschossen worden war, gingen die Menschen in Ferguson, Missouri, auf die Strasse und demonstrierten. Als die Pressekonferenz abgehalten wurde, versammelten sich Hunderte Menschen vor dem Polizeihauptquartier in Ferguson. Einige von ihnen marschierten mit erhobenen Händen zu einem nahegelegenen Polizeigebäude und skandierten «Erschiesst mich nicht!». Zuvor hatten Polizisten und Aktivisten versucht, die wütenden Demonstranten zu beruhigen. Später kamen einige Tausend Menschen zu einer Nachtwache am Tatort zusammen. Während Tausende auf den Strassen gegen die Polizei demonstrierten, räumten Plünderer in der Nachbarschaft Läden aus. Skrupellos nahmen sie alles mit. Lesley McSpadden trauert mit ihrem Mann Louis um ihren 18-jährigen Sohn. Michaels Stiefvater Louis Head demonstriert vor der Polizeistation in Ferguson. Freunde und Nachbarn trauern um Michael.

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Ein Polizist hat in der Kleinstadt Ferguson im US-Bundesstaat Missouri den 18-jährgen Michael Brown erschossen. Der Teenager sei nicht bewaffnet gewesen und habe Zeugen zufolge auch nicht provoziert, berichtete der lokale CNN-Sender KMOV.

Ein Freund, der mit dem jungen Mann unterwegs war, sagte dem Sender, sie seien am Samstag auf der Strasse gegangen und von einem Polizisten im Streifenwagen aufgefordert worden, das Trottoir zu benutzen. Es habe einen Wortwechsel gegeben, dann habe der Polizist mehrfach auf den Jugendlichen geschossen.

«Tötet die Polizei»

Hunderte Bewohner des mehrheitlich schwarzen Vorortes von St. Louis, in dem der 18-Jährige erschossen wurde, gingen auf die Strassen und skandierten «Tötet die Polizei». Eine Bürgerrechtsorganisation forderte am Sonntag eine Untersuchung durch die Bundespolizei FBI.

Michael Brown war am Samstagnachmittag in der Nähe des Hauses seiner Grossmutter in Ferguson von einem Polizisten erschossen worden. Die Polizei teilte zunächst nicht mit, warum der Beamte die Schüsse abgefeuert habe. Eine Untersuchung sei aber eingeleitet worden.

Als nach der Tat viele Bewohner der Stadt Ferguson auf die Strasse strömten, heizte sich die Stimmung immer mehr auf. Die Polizei forderte schliesslich Verstärkung von 60 weiteren Fahrzeugen an. Rund zwei Drittel der 21'000 Einwohner von Ferguson sind schwarz.

Der örtliche Ableger der Bürgerrechtsorganisation NAACP forderte, dass das FBI eingeschaltet werden müsse, «um die Integrität der Ermittlungen zu schützen». NAACP-Vertreter John Gaskin verglich den Fall mit dem des 2012 in Florida erschossenen 17-jährigen Trayvon Martin.

(sda)