Karneval in Köln

04. Februar 2016 21:33; Akt: 03.03.2016 03:24 Print

Polizisten mit Mini-Kameras gegen Übergriffe

Nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht markieren Einsatzkräfte am Karneval in deutschen Städten Präsenz. Mit Erfolg, wie eine erste Bilanz zeigt.

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Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen sind in den deutschen Karnevalshochburgen pünktlich um 11.11 Uhr zehntausende Narren in den Strassenkarneval gestartet. Allein in Köln waren rund 3200 Polizisten und Ordnungskräfte im Einsatz.

Ein solches Aufgebot an Sicherheitskräften hatte es im Kölner Karneval noch nie gegeben. Mit der verstärkten Präsenz sowie ausgeweiteter Videoüberwachung zogen die Behörden die Konsequenz aus den Übergriffen auf Frauen in der Kölner Silvesternacht und der Sorge vor Terroranschlägen.

Kaum Zwischenfälle

Die erste Bilanz am Nachmittag fiel positiv aus: «Alles friedlich, alles entspannt», sagte Stadtsprecherin Inge Schürmann. Der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies berichtete von lediglich sieben vorläufigen Festnahmen und Gewahrsamnahmen bis zum Nachmittag - unter anderem wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz und eines Raubdeliktes. Wegen des regnerischen Wetters am Donnerstag in Köln seien weniger Menschen auf den Strassen als sonst an Weiberfastnacht.

Auch in den Karnevalshochburgen Düsseldorf und Mainz galten strenge Sicherheitsmassnahmen. Ein Polizeisprecher in Düsseldorf sagte am Nachmittag, bislang gebe es keine Zwischenfälle. Auch in Mainz blieb es ruhig, wie ein dortiger Polizeisprecher sagte.

Keine Entwarnung der Behörden

Das Bundeskriminalamt (BKA) rechnet derweil für die Karnevalszeit nicht mit einer erhöhten Gefahr von Anschlägen. Es lägen derzeit «keine Erkenntnisse über ein direkt bevorstehendes Ereignis» vor, hiess es bei der Wiesbadener Bundesbehörde.

Als Entwarnung wollte das Bundeskriminalamt diesen Umstand aber nicht verstanden wissen: Die Gefährdungslage in Deutschland sei unabhängig vom Karnevalsgeschehen «unverändert hoch», was die Gefahr von Anschlägen angehe.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker eröffnete in diesem Jahr vor tausenden kostümierten Narren zum ersten Mal als Stadtoberhaupt den Strassenkarneval in der Domstadt. «Es war wunderbar», sagte die gebürtige Kölnerin danach im WDR. Sie freue sich, dass alle unbefangen feierten.

(dia/sda)