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10. März 2011 14:09; Akt: 10.03.2011 14:26 Print

Pornos machen Lehrerin das Leben schwer

In den 90er Jahren war sie Pornodarstellerin, dann wurde sie eine angesehene Lehrerin. Doch die Vergangenheit holte die Amerikanerin schnell ein – und ein Ende ist nicht in Sicht.

Die Lehrerin Tera Myers muss sich schon wieder nach einem neuen Job umsehen, weil ihre Vergangenheit als Pornodrastellerin die Schüler vom Unterricht ablenken könnte. (Video: KFVS)
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Vergessen und Vergeben wird zunehmend schwierig im digitalen Zeitalter, egal wie sehr man sich anstrengt. Diese schmerzhafte Erfahrung macht eine Lehrerin im US-Bundesstaat Montana gerade zum zweiten Mal. Bereits 2006 war die heute 38-jährige Tera Myers von einer anderen Schule suspendiert worden, nachdem bekannt geworden war, dass sie Mitte der 1990er Jahre in Pornofilmen mitgewirkt hatte.

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Fünf Jahre später, knapp 300 Kilometer weiter weg und unter einem anderen Namen, versuchte sie es erneut, doch ihre Vergangenheit holte sie wieder ein. Ein Schüler der Parkway North High School, wo Myers Naturwissenschaften unterrichtet, hatte sie auf einen ihrer Filme angesprochen, berichtet die «New York Daily News».

Pornos sind kein Straftatbestand

Als sie 2006 das erste Mal erwischt worden war, hatte sie sich an die Presse gewandt und vergeblich versucht, ihren Job zu retten: «Ich komme aus ärmlichen Verhältnissen und habe eine Menge schlechter Entscheidungen in meinem Leben getroffen. Jeder, der jemals bei mir im Schulzimmer sass, weiss, dass ich meinen Beruf und meine Schüler liebe. Das sollte wichtiger sein als meine Vergangenheit.»

Die Schulleitung war damals durchaus der gleichen Ansicht: «Uns beschäftigt nicht, was vor so vielen Jahren passiert ist. Aber wir befürchten, dass es heute ihren Unterricht beeinträchtigen könnte.» Die engagierte Lehrerin musste schliesslich gehen. Das Mitwirken in Pornofilmen ist auch in den USA kein Straftatbestand - was erklärt, warum auch die nächste Schulleitung keine Hinweise auf Myers' schlüpfrige Vergangenheit fand.

Schüler sind skeptisch

Heute ist Myers wieder am selben Punkt angelangt, verzichtete aber auf eine öffentliche Erklärung. Über einen Sprecher der Schulleitung liess sie ausrichten, dass sie ihre Anstellung gekündigt habe, «aus Respekt gegenüber ihrer Privatsphäre und ihrer Familie». Die Schulleitung zeigte sich in ihrer Erklärung überrascht und betrübt: «Wir sind überrascht, sehr überrascht. Gleichzeitig fühlen wir mit ihr und ihrer Familie mit. Wir glauben wirklich, dass sie versucht hat, diese Geschichte hinter sich zu lassen. Leider ist das Video immer noch da, obwohl es 15 Jahre her ist.»

Schüler der Parkway North High School zeigten sich gegenüber dem lokalen Fernsehsender «KFVS» skeptisch, ob Myers jemals zur Ruhe kommen wird: «So oder so, irgendjemand wird es immer herausfinden», sagte Sarah Mennicucci. Eine andere ergänzte, nicht ohne eine Portion Selbstgerechtigkeit: «Das sollte allen eine Lehre sein. Was eine Person in jungen Jahren tut, kommt später auf sie zurück.»

Was denken Sie? Müssen Pornos zwingend ein Karriere-Killer im Lehrerberuf sein? Nehmen Sie an unserer Umfrage teil.

(kri)