Beschwerde abgewiesen

16. Juni 2011 12:47; Akt: 16.06.2011 13:53 Print

Priester muss für 30 Monate ins Gefängnis

Der Ex-Offizial hatte während seiner Amtszeit als Leiter der bischöflichen Gerichtsbehörde rund eine halbe Million Franken veruntreut. Papst Benedikt der XVI. entliess den Peruaner Ende Mai aus seinem Klerikerstand.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein früherer Offizial des Bistums Lausanne, Freiburg und Genf muss definitiv ins Gefängnis. Das Bundesgericht hat seine Verurteilung wegen Veruntreuung und Betrugs zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten bestätigt.

Der gebürtige Peruaner hatte das kirchliche Amt zwischen 1991 und 2003 ausgeübt. Als Offizial leitete er die Bischöfliche Gerichtsbehörde und vertrat den Bischof in allen Belangen des kirchlichen Gerichtswesens. 2004 erhoben der Bischof selber und weitere Personen 2004 Anzeige gegen ihn.

Missbrauchs-Entschädigung abgezweigt

Das Freiburger Kantonsgericht verurteilte ihn vor einem Jahr wegen Veruntreuung, Betrugs und Urkundenfälschung zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, 10 davon unbedingt. Der Mann hatte im Rahmen seiner Amtstätigkeit rund eine halbe Million Franken abgezweigt.

Unter anderem hatte er 100 000 Franken für sich behalten, die eigentlich als Entschädigung für das Opfer eines sexuellen Missbrauchs durch einen Priester vorgesehen waren. Im Verlauf des Verfahrens stellte sich zudem heraus, dass der Betroffene gar nie das für das Amt verlangte Kirchenrechtsstudium abgeschlossen hatte.

Nie mehr priesterliche Funktion ausüben

Gegen das Urteil gelangte der Ex-Offizial ans Bundesgericht, das seine Beschwerde nun aber abgewiesen und das Verdikt gegen ihn bestätigt hat. Der Mann hatte erfolglos verlangt, dass nur eine bedingte Strafe von maximal 24 Monaten auszusprechen sei.

Die katholische Kirche hat ihre Konsequenzen aus dem Fall ebenfalls gezogen: Papst Benedikt XVI. entliess den Mann Ende Mai vergangenen Jahres aus dem Klerikerstand. Der Peruaner darf also keine priesterlichen Funktionen mehr ausüben und kann kein Amt mehr erhalten, das die Priesterweihe voraussetzt.

(sda)