Skandal in Italien

05. Januar 2017 12:03; Akt: 05.01.2017 12:03 Print

Priester organisierte Orgien im Pfarrhaus

Sex mit bis zu 20 Frauen und Porno-Videos, auf deren Hüllen die Namen von Päpsten notiert waren: Das Sexleben eines Priesters aus Padua erschüttert Italien.

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Der italienische Priester Andrea Contin (48) soll in den Räumlichkeiten der Kirche San Lazzaro in Padua Orgien organisiert und sich einen Harem von rund 20 Frauen gehalten haben. Die Justiz ermittelt derzeit gegen den Geistlichen wegen Zuhälterei und Ausübung psychischer Gewalt.

Der Skandal kam ans Licht, als drei weibliche Gemeindemitglieder die Polizei verständigten. Bei einer Durchsuchung in den Privaträumen des Priesters seien mehrere Sexspielzeuge und Pornofilme beschlagnahmt worden, schreibt «Il Sussidiario». In den von Contin offenbar selbstgedrehten Videos sind Orgien auf dem Grundstück der Kirche zu sehen, die Hüllen waren mit den Namen diverser Päpste beschriftet.

Geliebte beichtet alles

Eine seiner Geliebten, eine 49-jährige ehrenamtliche Kirchenmitarbeiterin, erzählte der Zeitung «Il Matino di Padova», dass der Priester einige der Frauen auf Partnertausch-Onlinebörsen als Prostituierte vermittelt habe. Er soll zudem mit den Frauen auch zu Nudisten- und Swinger-Resorts nach Cap d’Agde an der Südküste Frankreichs gereist sein.

«Er spielte ein bisschen das Opfer, erzählte mir, dass er eine Krise gehabt hätte, dass er immer wieder weinen müsste. Dann begann er, mir SMS zu schicken, rief mich an und sagte, er sei nur glücklich, wenn ich bei ihm sei.» Die Affäre habe dann mit einem Kuss im Pfarrhaus begonnen, so die Frau weiter.

Kirche wusste Bescheid, unternahm aber nichts

Sex mit ihr und den anderen Frauen hätten zu jeder Zeit und überall stattgefunden. «Am Morgen, am Nachmittag, am Abend, immer.» Sie habe dann gemerkt, dass «sich ständig zahlreiche Frauen» in Contins Nähe aufhielten. «Ich habe das anfangs nicht verstanden — erst später.»

Vergangenen Sommer sollen bereits Beschwerden gegen Contin beim zuständigen Bischof eingegangen sein, schreibt «The Independent». Von der Polizei sei der Priester allerdings nie vernommen worden, weil die internen Ermittlungen der Kirche noch nicht beendet gewesen seien, hiess es von offizieller Seite der Kirche.

Andrea Contin hält sich derzeit in einem Feriendomizil seiner Familie in Kroatien auf, um sich vor dem öffentlichen Interesse an der Geschichte zu schützen.

(kle)