Sicherheitsrisiko?

06. September 2010 23:07; Akt: 07.09.2010 10:38 Print

Private sollen Luftwaffe schützen

von Nico Menzato - Um zu sparen, will die Armee die Bewachung der Militärflugplätze einer privaten Sicherheitsfirma übertragen. Dies sorgt bei Politikern von links bis rechts für Kopfschütteln.

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Maurers Sparprogramm: Werden die Schweizer Militärflugplätze schon bald von Securitas-Personal bewacht? (Bild: keystone)

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Bei der Luftwaffe ist der Teufel los: Ueli Maurers neue Kampfjets sind gegroundet; der Traum eines Raketenabwehr-Systems von Luftwaffen-Chef Markus Gygax wurde verbal wegbombardiert. Und die Luftwaffe muss sparen: Sie überlegt sich deshalb Anpassungen auch in hochsensiblen Bereichen. Wie 20 Minuten aus zuverlässiger Quelle erfahren hat, sollen die sieben Militärflugplätze künftig von einer privaten Sicherheitsfirma bewacht werden. Die Kosten dafür sollen nicht über das Budget der Luftwaffe laufen. Der definitive Entscheid ist noch nicht gefallen, die Willens­absicht aber klar. Armeesprecher Christian Burri bestätigt: «Nebst anderen Massnahmen findet eine vertiefte Prüfung bezüglich eines möglichen Outsourcings des Sicherheitspersonals der Flughafenkommandos statt.»

Sicherheitspolitiker sind erstaunt bis verärgert: Für Nationalrat Jo Lang (Grüne) ist eine Auslagerung «gefährlich, weil private Sicherheit weniger ­zuverlässig ist als staatliche». Der Präsident der Sicherheitspolitischen Kommission, Jakob Büchler (CVP), wusste nichts von diesen Plänen – und hat Vorbehalte, wie er sagt: «Ich werde Herrn Maurer in einer der nächsten Sitzungen über den Sinn und Zweck befragen.» Auch Peter Malama (FDP) ist «befremdet»: Die hochsensiblen Einrichtungen der Flugabwehr und der Kampfjets dürften nur von ­Personen bewacht werden, die einer umfangreichen Sicherheitsprüfung unterzogen worden seien. Malama: «Eine Privatisierung könnte für die Schweiz zu einem Sicherheitsrisiko werden.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hariobo Aeschlimann am 07.09.2010 06:18 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheitsprüfung

    Private Sicherheitsfirmen werden grösstenteils keine Mühe damit haben, sich allen relevanten Sicherheitsprüfungen zu stellen. Wo soll denn das Problem sein? Wieso sollen sie 'schlechter' oder ein grösseres Risiko sein als staatliche, wo dich hinter beiden Formen von Sicherheitsbetrieben im Endeffekt Menschen stecken?

  • MarcO am 07.09.2010 06:13 Report Diesen Beitrag melden

    Securitas ist sicher!!!

    Als Securitas-Mitarbeiter und Angehöriger der Armee in einem äusserst sensiblen Bereich ärgere ich mich - einmal mehr - über die unüberlegten Äusserungen unserer Politiker!! Die Mehrheit unserer Mitarbeiter haben Dienst geleistet und nicht wenige als Kader. Die Securitas überprüft ihr Personal mindestens ebenso gut, wie die Armee!!

  • Philipp Betschart am 07.09.2010 08:23 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Zuerst ständig das Budget kürzen, der Armee das Leben schwer machen (danke Jo Lang und co) und sich dann darüber entsetzen, wenn die Qualiät abnimmt und es Missstände gibt. Da wurde eine tolle Spirale zur Abschaffung der Armee in gang gesetzt!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Benjamin Gerber am 07.09.2010 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ich, der Flugplatzsicherungssoldat

    Wollen wir einmal ehrlich sein, ist diese Idee von Ueli Maurer nicht ein Hohn? Ich meine, ob die für die Kosten für die Sicherheit der Militärflugplätze, auf welche sichs wohl oder übel nicht verzichten lässt, von der Luftwaffe oder dem Bund direkt getragen werden, macht dem Steuerzahler wohl kein Unterschied. Der einzige Unterschied der da ist, ist die Tatsache, das Private Firmen niemals in der Lage wären, die Sicherheit so kostengünstig anzubieten, wie wenn die Armee das gleich selbst übernimmt.

  • Hansueli am 07.09.2010 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Meili

    Maurer ist ueberfaellig, absolut ueberfordert in dieser Aufgabe. Er hat die Sicherheit der Schweiz nicht mehr im Griff. Gebt ihm eine schoene Abgangs Entschaedigung und dann weg. Solche BRaete brauchen wir nicht. Fuehrung, ist angesagt. Was hat er immer gepredigt? Jetzt null Resultate. Also weg damit.

  • Philipp Betschart am 07.09.2010 08:23 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Zuerst ständig das Budget kürzen, der Armee das Leben schwer machen (danke Jo Lang und co) und sich dann darüber entsetzen, wenn die Qualiät abnimmt und es Missstände gibt. Da wurde eine tolle Spirale zur Abschaffung der Armee in gang gesetzt!

  • Chris am 07.09.2010 07:28 Report Diesen Beitrag melden

    Strukturen zählen, nicht das Etikett

    "Für Nationalrat Jo Lang (Grüne) ist eine Auslagerung 'gefährlich, weil private Sicherheit weniger ­zuverlässig ist als staatliche'." - eine Pauschalisierung, die unbewiesen ist; staatliche Sicherheit ist höchst wahrscheinlich gleich fehleranfällig wie private. Aufs Etikett kommts nicht an. "Die hochsensiblen Einrichtungen der Flugabwehr und der Kampfjets dürften nur von ­Personen bewacht werden, die einer umfangreichen Sicherheitsprüfung unterzogen worden seien." - es sind gerade die Sicherheitsüberprüfung und die Kontrollstrukturen, die der Schlüssel zur zuverlässigen Sicherheit sind.

  • Hariobo Aeschlimann am 07.09.2010 06:18 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheitsprüfung

    Private Sicherheitsfirmen werden grösstenteils keine Mühe damit haben, sich allen relevanten Sicherheitsprüfungen zu stellen. Wo soll denn das Problem sein? Wieso sollen sie 'schlechter' oder ein grösseres Risiko sein als staatliche, wo dich hinter beiden Formen von Sicherheitsbetrieben im Endeffekt Menschen stecken?