Berlusconi in Bedrängnis

02. Dezember 2011 17:39; Akt: 02.12.2011 17:42 Print

Profi-Prostituierte bei Bunga-Bunga-Partys

Mindestens drei der jungen Girls, die an den berühmt-berüchtigten Partys von Silvio Berlusconi teilgenommen haben, leisteten auch abseits dieses Treibens ihre Dienste als Prostituierte.

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Drei der jungen Frauen, die bei den wilden «Bunga-Bunga»-Festen des Silvio Berlusconi mitgemacht haben sollen, gingen auch sonst der Prostitution nach. Dies sagte ein Ermittler am ersten Vernehmungstag des Sex-Prozesses gegen den früheren italienischen Regierungschef.

Das marokkanische Escortgirl Ruby, ein brasilianisches Model sowie eine weitere Frau hätten sich zum Zeitpunkt der Ermittlungen auch unabhängig von den Festen in Berlusconis Villa Arcore «professionell» prostituiert, gab der Polizeiermittler Marco Ciacci am Freitag in Mailand zu Protokoll.

Er berief sich auf Zeugenaussagen sowie auf schriftliche und telefonische Hinweise, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Man sei damals der Spur eines «Rings der Prostitution minderjähriger und volljähriger Frauen gefolgt».

Vorwurf des Amtsmissbrauchs

Der am 12. November als Regierungschef zurückgetretene Berlusconi nahm auch am Freitag nicht an den Verhandlungen teil. Im Prozess um den Fall «Rubygate» lastet die Staatsanwaltschaft ihm vor allem sexuelle Kontakte zu der damals noch minderjährigen Ruby alias Karima al-Marough an. Sex mit Minderjährigen ist in Italien strafbar.

Berlusconi wird zudem Amtsmissbrauch vorgeworfen, weil er das Mädchen mit einem Anruf bei der Polizei aus deren Gewahrsam befreit haben soll. Berlusconi bestreitet strafbare Handlungen. Mehr als 200 teils prominente Zeugen sollen noch vor Gericht geladen werden, darunter US-Filmstar George Clooney, die sardische Schauspielerin Elisabetta Canalis und Real Madrids Fussballstar Cristiano Ronaldo.

(sda)