Tadschikistan

23. Oktober 2018 22:54; Akt: 23.10.2018 22:54 Print

Prozess wegen Angriffs auf Velo-Touristen beginnt

Nach dem tödlichen Angriff auf vier ausländische Velotouristen in Tadschikistan hat am Dienstag der Prozess gegen den Hauptverdächtigen begonnen.

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Das letzte Bild nahm Jay Austin auf dem Ak-Baital-Pass in Tadschikistan auf. Der 29-Jährige glaubte daran, dass Menschen grundsätzlich gut sind und lieferte im Blog über seine Weltreise viele Beispiele dafür. Austin und ... ... seine Freundin Lauren Geohegan waren etwas mehr als ein Jahr unterwegs, als sie in Tadschikistan von IS-Extremisten getötet wurden. Bei dem Angriff in Tadschikistan wurde auch der Schweizer M. H. (62) getötet. Er war zusammen mit seiner Partnerin unterwegs, als die Gruppe angegriffen wurde. Beim Angriff, zu dem sich der Islamische Staat (IS) bekannte, wurde die Schweizerin M.D. (59) verletzt. Sie befindet sich seit dem 1. August wieder in der Schweiz, wie das EDA bestätigt. Zum Gesundheitszustand von M.D. macht das EDA keine Angaben. Tödlicher Angriff in Tadschikistan: Die Radtouristen waren mit dem Velo auf der Pamir-Route nahe der Grenze zu Afghanistan unterwegs. (29. Juli 2018) Ein Auto sei auf einer Landstrasse in die Gruppe gerast, ein Velofahrer sei zusätzlich mit Messerstichen verletzt worden, teilte das Innenministerium der Ex-Sowjetrepublik mit. Die IS-Miliz hat ein Video mit den angeblichen Attentätern veröffentlicht. Die fünf Männer, die der Terrororganisation die Treue schwören, ähneln den Fotos der getöteten oder festgenommenen Verdächtigen, die zuvor vom tadschikischen Innenministerium verbreitet worden waren. Der Angriff forderte vier Todesopfer aus der Schweiz, den Niederlanden und den USA. Zwei Personen, eine Schweizerin und ein Niederländer, wurden verletzt. Ein Franzose kam unversehrt davon. Das Innenministerium in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe erklärte, hinter dem Angriff gegen die Velofahrer stecke die Partei der islamischen Wiedergeburt. Im Bild: Innenminister Ramazon Hamro Rahimzoda. (30. Juli 2018) Auf dieser Strasse wurden die Velofahrer angegriffen. Der Vorfall ereignete sich im Bezirk Danghara, 150 Kilometer südlich der Hauptstadt Duschanbe. Die Behörden hatten Bilder dreier Verdächtiger veröffentlicht, die mit dem Angriff auf die Touristen in Zusammenhang stehen könnten. Die Angreifer hätten Messer und Waffen gehabt, teilte Innenminister Ramason Hamro Rahimsoda am Montag mit. Auch dieser Mann steht in Verdacht, die Radfahrer angegriffen zu haben.

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Der 33-jährige Hussein Abdusamadow muss sich wegen Mordes an den vier Touristen aus der Schweiz, den Niederlanden und den USA verantworten. Sie alle wurden in Tadschikistan Opfer eines tödlichen Angriffs.

Das teilte der Oberste Gerichtshof der früheren Sowjetrepublik in der Hauptstadt Duschanbe mit. Abdusamadow, der sich zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekennt, hat die Tat gestanden.

Opfer mit Messern und Schusswaffen angegriffen

Zusammen mit mehreren Komplizen hatte Abdusamadow Ende Juli eine Gruppe Velofahrer im Bezirk Danghara rund hundert Kilometer südöstlich von Duschanbe zunächst mit dem Auto angefahren. Anschliessend attackierten die Angreifer die Touristen mit Messern und Schusswaffen. Zwei US-Touristen, ein Niederländer und ein Schweizer wurden dabei getötet. Ein weiterer Schweizer wurde verletzt.

Die IS-Terrormiliz veröffentlichte anschliessend ein Video, in dem die Täter den sunnitischen Fanatikern die Treue schwören. Vier Verdächtige wurden nach der Tat bei einer Verfolgungsjagd von der Polizei erschossen.

Prozess findet in einem Hochsicherheitsgefängnis statt

Die tadschikische Regierung machte trotz des Bekennervideos jedoch nicht den IS, sondern die islamistische Partei IRPT für den Angriff verantwortlich. Kritiker halten diese Anschuldigung für politisch motiviert. Zahlreiche Anführer der 2015 verbotenen Partei verbüssen derzeit lange Haftstrafen.

Der Prozess gegen Abdusamadow findet hinter verschlossenen Türen in einem Hochsicherheitsgefängnis statt. 16 weitere Angeklagte müssen sich vor Gericht verantworten, weil sie Informationen über den bevorstehenden Angriff nicht an die Polizei weitergegeben hatten.

(sda)