Schmuckmesse

02. April 2009 10:21; Akt: 02.04.2009 13:05 Print

Rabiater Dieb klaut Schmuck für 13 Millionen

Dramatische Szenen an der Uhren- und Schmuckmesse «Baselworld»: Ein Dieb brach am helllichten Tag eine Vitrine auf und flüchtete mit Schmuck im Wert von 13 Millionen Franken durch die Messehalle. Klunker für elf Millionen verlor er bereits auf der Flucht.

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Polizeiüberwachung rund um die Uhr: Von diesem Stand stahl ein Räuber Schmuck im Wert von 13 Millionen Franken. (Bild: Simon Ertler, newsnetz.ch)

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Der Täter hatte am Mittwochnachmittag die Vitrine eines Ausstellers an der Baselworld aufgebrochen und mehrere Schmuckstücke im Wert von 13 Millionen Franken gestohlen, wie die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt am Donnerstag mitteilte. Eine Mitarbeiterin der Schmuckfirma versuchte den Dieb zurückzuhalten. Dieser stiess sie zur Seite und rannte durch die Messehalle davon.

Die Frau begann zu schreien, worauf mehrere Standinhaber aufmerksam wurden. Sie versuchten, den Mann zu stoppen. Dieser wehrte sich, worauf es zu einem Gerangel kam. «Letztlich konnte der Täter sich aber losreissen und weiterrennen», sagte Markus Melzl, Sprecher der Basler Staatsanwaltschaft auf Anfrage von 20 Minuten Online. In der Folge sei er aber zu Boden gestürzt und verlor seine Beute, bis auf einen Diamantring im Wert von 2 Millionen Franken. Er floh weiter über den Notausgang, konnte dort aber von der Polizei festgenommen werden. Der Ring wurde sichergestellt.

«Der Täter hat genau gewusst, was er stiehlt»

Bei der Festnahme setzte sich der Dieb massiv zur Wehr und schlug auf einen Polizeiangehörigen ein, worauf er gewaltsam überwältigt werden musste. Er war nicht bewaffnet, hatte aber Einbruchwerkzeug dabei, was darauf hindeutet, dass er gezielt agierte. Die Identität des Täters ist noch unklar. «Er hat bisher konsequent geschwiegen und noch kein Wort gesprochen», sagt Melzl. Man gehe aber davon aus, dass es sich beim Täter um keinen Amateur handelte. «Er wusste ganz genau, was wertvoll ist und hat gezielt die teuersten Stücke genommen», so Melzl. Das Vorgehen sei aber sehr aussergewöhnlich. Normalerweise handle es sich bei Diebstählen an der Messe um Trickdiebstähle, dieser Täter habe vollends auf Tempo gesetzt. Komplizen schliesst die Polizei nicht aus, Anzeichen habe es dafür aber keine gegeben.

Nicht erster Messe-Diebstahl

Der Wert des Diebesgutes sei zwar hoch, aber nicht aussergewöhnlich, wie Melzl erklärte. «Die ausgestellten Schmuckstücke sind meist sehr wertvoll, da reichen einige Stücke bereits für Millionenbeträge.» Man habe vor Jahren schon höhere Deliktsummen gehabt. In einem Fall sei ein geschliffener Diamant durch eine präzise Fälschung mit derselben Dimension ausgetauscht worden.

Nichtsdestrotz habe das Sicherheitsdispositiv für die weltweit wichtigste Uhren- und Schmuckmesse funktioniert, stellt Melzl fest. Angesichts der Grösse dieser Messe, der Besucherzahlen und der handlichen Exponate passiere sehr wenig.

Einzelne Langfinger hatten dennoch auch 2009 Erfolg: Es seien «ganz wenige» Diebstähle ab Ständen angezeigt worden, so Melzl. Beliebt sei etwa der Trick, dass sich Diebe mehrere Objekte zeigen lassen und nach ihrem Abgang etwas davon fehlt.

(amc/sda)