Mysterium in Namibia

27. Dezember 2011 12:17; Akt: 27.12.2011 12:32 Print

Rätsel um Kugel aus dem All ist gelöst

Bei der sechs Kilogramm schweren, vom Himmel gefallenen und in Namibia gefundenen Metallkugel dürfte es sich um einen Treibstofftank handeln. Er stammt wahrscheinlich von einer «Ariane 5»-Rakete.

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Wer kennt diese Metallkugel? Sie fiel Ende November in Namibia vom Himmel. (Bild: Keystone)

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Weltraumschrott beschäftigt derzeit die Welt. Am 24. Dezember war abends um 17.30 Uhr ein heller Lichterschweif am Himmel zu sehen. Es handelte sich dabei um die Oberstufe der Sojus-Rakete, die am Mittwoch vergangener Woche drei Weltraumfahrer zur Internationalen Raumstation ISS gebracht hatte. Beobachtet wurde das Phänomen in der Schweiz (20 Minuten Online berichtete), in Deutschland, Belgien, Frankreich und in Holland.

Nun scheint auch das Rätsel um eine vom Himmel gefallene Metallkugel in Namibia gelöst zu sein, wie die Zeitung «Bild» berichtet. Es soll sich um den Treibstofftank einer von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA zum Abschuss von Satelliten verwendeten Rakete vom Typ «Ariane 5» handeln (siehe Story-Bild). Das erklärte ein Hobby-Forscher gegenüber der Internet-Plattform «Gawker».

Die sechs Kilogramm schwere Kugel mit einem Durchmesser von rund 35 Zentimetern wurde nahe eines Dorfes im Norden des Landes gefunden. Dorfbewohner und Beamte einer nahegelegenen Polizeistation haben mehrere kleine Explosionen in rund drei Kilometern Entfernung gehört», erklärte der Leiter der Kriminaltechnik des Landes, Paul Ludik, dazu. «Fünf Tage später fanden sie dann das runde Metallobjekt.»

Die Kugel sei innen hohl und bestehe aus zwei zusammengeschweissten Hälften, sagte Ludik. Sie sei 18 Meter von dem Punkt entfernt gefunden worden, wo sie aufgeschlagen sei - einem 33 Zentimeter tiefen und knapp vier Meter weiten Krater.

Bereits im November gefunden

Gegenüber der «Allgemeinen Zeitung» in Windhuk sagte der Leiter der Kriminaltechnik: «Wir können mit grosser Wahrscheinlichkeit ausschliessen, dass das Teil von einem konventionellen Flugzeug stammt.» Ähnliche Fälle habe es schon in Südamerika und Australien gegeben. Auch dort seien unbekannte Objekte gefunden worden, deren Ursprung aber nie geklärt werden konnte.

Da die Behörden die Kugel nicht einordnen könnten, sollten jetzt die US-Raumfahrtbehörde NASA und die europäische Weltraumagentur ESA eingeschaltet werden, sagte Ludik. «Es besteht die Möglichkeit, dass dieses runde Objekt, das in Namibia aufgeschlagen ist, von einem Weltraumfahrzeug stammt.» Das scheint nun wirklich der Fall zu sein.

(hag/uwb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Spikey am 27.12.2011 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Steuerraketen brauchen kaum Treibstoff

    Die kugelförmigen Treibstofftanks sind für die Steuertriebwerke, wenn die Rakete erst im Weltall ist. In der Schwerelosigkeit ist der Widerstand minimal und deshalb reichen dort für ein Manöver nur kurze Zündungen und entsprechend wenig Treibstoff. Wer mal im Europapark das 1:1 Modell der MIR besucht hat wird den Tank übrigens problemlos wiedererkennen.

  • Christian s. am 27.12.2011 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Warum ist das nicht verglüht?

    Warum ist das Ding nicht verglüht. Teile von der Grösse sollten doch verglühen. Beim wieder eintritt in die Atmosphäre müssen die doch verglühen.

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  • Ben Kay am 27.12.2011 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Hydrazin

    Hoffe da sind keine Rückstände, der Stoff ist hochgiftig.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • RocketEngineer am 28.12.2011 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Garantiert kein Tank von Ariane

    Der abgebildete Tank von EADS Astrium wird zwar in der Ariane in der Vehicle Equipment Bay verwendet, hat aber ca. 50 cm Durchmesser. Andere sphärische Tanks in Ariane Haupt- und Oberstufen sind noch grösser.

  • NotLThat am 27.12.2011 23:53 Report Diesen Beitrag melden

    Schon längst herausgefunden...

    Ich habs gewusst und musste dabei keine wissenschftliche Hilfe gebrauchen...Bin irgendwie stolz auf mich :)

    • Ein Fan von diesem Typ am 28.12.2011 10:02 Report Diesen Beitrag melden

      Bravo!!!

      Das haben Sie gut gemacht, deshalb werden Sie nicht ausgelacht.

    • Adolf am 28.12.2011 16:41 Report Diesen Beitrag melden

      Findet doch jeder raus!

      So etwas alltägliches, wer kennt denn das nicht? War ja klar, dass das so ein Tank sein muss. Ha, ha, ha!

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  • sadasasd am 27.12.2011 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    cocoon

    das ist ein alien cocoon von kübler ross!

  • Spikey am 27.12.2011 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Steuerraketen brauchen kaum Treibstoff

    Die kugelförmigen Treibstofftanks sind für die Steuertriebwerke, wenn die Rakete erst im Weltall ist. In der Schwerelosigkeit ist der Widerstand minimal und deshalb reichen dort für ein Manöver nur kurze Zündungen und entsprechend wenig Treibstoff. Wer mal im Europapark das 1:1 Modell der MIR besucht hat wird den Tank übrigens problemlos wiedererkennen.

  • Christian s. am 27.12.2011 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Warum ist das nicht verglüht?

    Warum ist das Ding nicht verglüht. Teile von der Grösse sollten doch verglühen. Beim wieder eintritt in die Atmosphäre müssen die doch verglühen.

    • Paul Kuster am 27.12.2011 14:02 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Wiedereintriff in die Atmosphäre

      Ist recht einfach. Vom Startplatz bis zur Fundstelle ist es "nicht" weit und die Höhe der Rakete ist noch nicht so gross, dass es ein Eintritt in die Atmosphäre mit sehr hoher Geschwindigkeit ist. So wird die Kugel höchstens sehr heiss.

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