Brasilien

09. März 2011 22:30; Akt: 09.03.2011 19:29 Print

Recht auf Glück in der Verfassung

Im Land von Samba, Sonne und Partysscheint ein solches Gesetz eigentlich gar nicht nötig: Abgeordnete in Brasilien wollen das Recht auf das Streben nach Glück als Zusatz in der Verfassung verankern.

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Glückliche Brasilianer an einem Strand in Rio: Trotzdem soll das Recht auf Glück verankert werden. (Keystone)

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Dass der Senat dem Vorschlag zustimmt, gilt als wahrscheinlich, anschliessend muss sich das Unterhaus damit befassen. Der Entwurf sei durchaus ernst gemeint, erklären seine Befürworter mit Blick auf das wirtschaftliche und soziale Ungleichgewicht in dem südamerikanischen Land.

«In Brasilien hatten wir Wirtschaftswachstum ohne die erhofften sozialen Verbesserungen», sagt Mauro Motoryn, der Leiter der Glücklicher-Bewegung, die den geplanten Verfassungszusatz unterstützt. Mit dem Entwurf solle «eine Diskussion angestossen» und für Zustimmung geworben werden, die notwendigen Voraussetzungen für das Aufrechterhalten sozialer Rechte zu schaffen.

Ähnliche Massnahmen haben schon andere Staaten verfolgt: In Japan und Südkorea steht das Recht auf Glücklichsein in der Verfassung. Die britische Regierung stellte kürzlich Pläne für ein zwei Millionen Pfund teures Projekt vor, um das Wohlergehen ihrer Bürger zu messen. Und das Himalaya-Königreich Bhutan führte in den 70er Jahren einen «Glücks-Index» in Anlehnung an das Bruttosozialprodukt ein.