Schöne Bescherung

20. Dezember 2011 22:21; Akt: 20.12.2011 22:22 Print

Richtig Schenken macht keine Freude

Die Bescherung ist eine Lose-Lose-Situation: Wer schenkt, ist gerne kreativ - was aber der Beschenkte gemäss einer Studie gar nicht goutiert. Da hilft nur: Ambitionen unterdrücken und gut hinhören.

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Achtung beim Schenken - vor Überraschungen wird wissenschaftlich gewarnt.

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Wissenschafter machen vor nichts Halt: Selbst die Bescherung erforschen sie. So haben die Psychologen Francesca Gino und Françis J. Flynn von den renommierten, amerikanischen Universitäten Harvard und Stanford in fünf Studien das Thema Schenken analysiert.

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Wie halten Sie es mit den Geschenken?
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10 %
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53 %
Insgesamt 220 Teilnehmer

Die Ergebnisse, die aufgrund von Befragungen von Amerikanerinnen und Amerikanern zustande kamen, und von der Zeitung «Le Temps» passend zu Weihnachten publiziert wurden, lassen aufhorchen. Sie zeigen: Schenken ist komplizierter als man denkt. Wenn Menschen Geschenke machen, wählen sie mit Vorliebe solche aus, welche die Beschenkten überraschen. Werden sie selber beschenkt, dann wünschen sie sich aber Präsente, welche sie sich ausdrücklich gewünscht haben.

Überraschungen sind nicht beliebt

Wer schenkt finde es «zu einfach und unpersönlich» Geschenke zu kaufen, die explizit gewünscht worden sind. Dasselbe gelte für Geld als Präsent, halten Gino und Flynn fest. Schenkende wollten ihre Partner, Kinder oder Eltern stattdessen mit dem Geschenk überraschen (Anmerkung des Autors: rote Socken, Krawatten oder Taschentücher gehören definitiv nicht in die Kategorie gute Überraschungsgeschenke).

Sie glauben, dass der Beschenkte es schätze, dass sie sich die Mühe gemacht hätten, selbständig ein «passendes» Geschenk zu finden. Und sie glauben (pure Selbstüberschätzung, wie der Autor aus eigener Erfahrung weiss) ihre Kinder, Partner oder Eltern so gut zu kennen, dass diese Geschenke die Beschenkten auch wirklich glücklich machen.

Klare Botschaften, bitte

Die grosse Mehrheit der Beschenkten, so zeigen die Befragungen der Forscher, wollen sich aber gar nicht überraschen lassen. Sie finden es – wie der Autor der Story - völlig ok, wenn sie diese tollen, neuen Skis der Marke (oh, das darf ich jetzt ja gar nicht schreiben, das wäre ja Schleichwerbung – aber sie sind orange-rot mit einem schwarzen Schriftzug mit nur vier Buchstaben) …bekommen. Also, jenes Geschenk, dass sie sich ausdrücklich gewünscht und worauf sie sich im Vorfeld von Weihnachten schon tagelang gefreut haben. Besser als ein Überraschungsgeschenk kommt übrigens auch das - oftmals als letzte Idee in der Not verschriene - Couvert mit Geld an.

Allerdings, so die Forscher, machten es die Beschenkten den Schenkenden manchmal auch einfach zu schwer. Statt sich klar auf ein Geschenk festzulegen, werde den Schenkenden oft eine ganze Liste mit möglichen, passenden Geschenken präsentiert. Darunter das «Lieblingsgeschenk» zu finden, sei aber nicht immer ganz einfach.

So machen Sie es richtig

Schenkende und Beschenkte fänden deshalb beim Schenken eigentlich keinen gemeinsamen Nenner, konstatieren Gino und Flynn und staunen. Denn: Schenkende und Beschenkte wechselten ja ständig ihre Rollen. Sie müssten deshalb aus ihren eigenen Erlebnissen eigentlich wissen, welche Geschenke glücklich machen.

Glaubt man den US-Forschern, so heisst das richtige Rezept für glückliche Weihnachten also: Wer Geschenke macht, soll gut zuhören, was Partner, Kinder oder Grosseltern sich wünschen – und dann genau das auch kaufen. Beschenkte sollen ihren Wunsch so klar äussern,
dass keine Missverständnisse entstehen können. Falls Sie trotzdem unsicher sind, welches das richtige Geschenk ist, Geld ist immer ein sicherer Wert, behaupten die Forscher – er macht zwar Schenkende nicht glücklich, die Beschenkten aber schon. Und das ist ja eigentlich die Hauptsache.

(uwb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 807687 am 21.12.2011 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich wäre es so einfach:

    Der Beschenkte soll dankbar sein, egal, was er bekommt. Der Schenkende ist "am längeren Hebel", will sagen, er kann auch gar nichts schenken. Ich schenke nichts und erwarte nichts. Denn Weihnachten hat für mich eine ganz andere Bedeutung: Jesus Christus ist in dieses Jammertal heruntergekommen, um uns das Geschenk des ewigen Lebens in Gemeinschaft mit Gott zu geben. Dies anzunehmen ist das allergrösste Geschenk, das man haben kann. Man ist also bei der wahren Weihnacht grundsätzlich Beschenkter, der aber das Geschenk auch verwerfen kann (was übrigens ca. 98% aller Menschen ja auch tun).

  • Valnes am 20.12.2011 22:36 Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt nicht

    Geld macht mich nicht glücklich. Was soll ich mit den 50.- von der Grossmutter, das ist ein Tröpfelchen auf den heissen Einkommens- und Ausgabenstein. Habe demgegenüber schon viele wirklich tolle Geschenke (für weniger Geld) bekommen, die wirklich Freude gemacht haben. Aufmerksamkeit ist das Stichwort, um das es beim Schenken geht. Jeder Beschenkte gibt über das Jahr (unbewusst) zu Erkennen, was er noch gerne hätte. Die Freude am Geschenk besteht gerade auch darin, dass der Schenker diese Zeichen erkannt hat. Schenken ist insofern immer auch eine Geste und nicht nur eine Vermögensverschiebung.

  • Susanne Sommer am 21.12.2011 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    So ein Blödsinn

    So ein Blödsinn. Das wertvollste bei einem Geschenk ist für mich, dass sich der Schenker Gedanken macht. Alles andere kann ich mir selber kaufen (oder es ist so teuer, dass es mir auch niemand schenkt). Ich bekam schon die besten Geschenke, auf die ich selber auf Anhieb nicht gekommen wäre!

Die neusten Leser-Kommentare

  • 807687 am 21.12.2011 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich wäre es so einfach:

    Der Beschenkte soll dankbar sein, egal, was er bekommt. Der Schenkende ist "am längeren Hebel", will sagen, er kann auch gar nichts schenken. Ich schenke nichts und erwarte nichts. Denn Weihnachten hat für mich eine ganz andere Bedeutung: Jesus Christus ist in dieses Jammertal heruntergekommen, um uns das Geschenk des ewigen Lebens in Gemeinschaft mit Gott zu geben. Dies anzunehmen ist das allergrösste Geschenk, das man haben kann. Man ist also bei der wahren Weihnacht grundsätzlich Beschenkter, der aber das Geschenk auch verwerfen kann (was übrigens ca. 98% aller Menschen ja auch tun).

  • Susanne Sommer am 21.12.2011 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    So ein Blödsinn

    So ein Blödsinn. Das wertvollste bei einem Geschenk ist für mich, dass sich der Schenker Gedanken macht. Alles andere kann ich mir selber kaufen (oder es ist so teuer, dass es mir auch niemand schenkt). Ich bekam schon die besten Geschenke, auf die ich selber auf Anhieb nicht gekommen wäre!

  • Simon am 21.12.2011 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Ich schenke nur meiner Tochter und Frau etwas, und wir besprechen was es gibt......es ist traurig das es nur noch ums Schenken und Geld machen geht bei diesen Feiertagen, die wenigsten sind froh über das zusammen sein und das alle Gesund sind. Deswegen schenke ich sonst niemanden mehr etwas und will auch nichts, kaufe es lieber mit meinem eigenen Geld.

  • M. Meyer am 20.12.2011 23:48 Report Diesen Beitrag melden

    Überrasche mich doch einfach

    Und dann gibt es ja immer auch noch die vielen lieben Verwandten und Freunde, die einem das Schenken noch schwerer machen, indem sie uns wissen lassen: "Ach, du findest sicher etwas Passendes. Überrasche mich doch einfach!" Geld verschenke ich prinzipiell nicht, ausser es wird ausdrücklich, z.B. für eine Hochzeit, gewünscht.

  • Unternehmer am 20.12.2011 23:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    :)

    Wer schenkt ist Reich und Glücklich im Leben