Museum of Sex

01. Juli 2014 09:02; Akt: 01.07.2014 13:02 Print

Rummelplatz mit Ballon-Brüsten und Penis-Rennen

Eine neue Ausstellung verwandelt New Yorks Museum of Sex in einen Rummelplatz der Körperteile – nicht ganz jugendfrei, aber auch nicht allzu gewagt.

Kernstück der Ausstellung ist «Jump for Joy» - ein Raum zum Austoben auf aufgeblasenen Brüsten.
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Nichts ist ärgerlicher als eine akademische Ausstellung über das am wenigsten akademische Thema der Welt: Sex. Dieser Einsicht folgt das Museum of Sex in Manhattan mit seiner Sommerausstellung «Funland: Vergnügen und Gefahren des erotischen Rummelplatzes». Und nein: Rammeln ist nicht vorgesehen.

Die letzte Woche eröffnete Show orientiert sich am Vorbild traditioneller Jahrmärkte, die seit Jahrhunderten mit dem Kitzel erotischer Grenzüberschreitungen arbeiten. Die vom englischen Künstlerduo Sam Bompas und Harry Parr entworfene Show führt Besucher zuerst in einen «Tunnel of Love». In einem abgedunkelten Labyrinth tastet man sich zwischen verwirrenden Spiegeln bis zu einem Grottenraum vor. Dort prangt ein gigantisch vergrösserter G-Spot, der den Kritiker der «New York Times» an «Berge geschmolzener Stimmungskerzen» erinnert.

Penisse machen die Runde

Station zwei ist die Abwandlung der auf Jahrmärkten beliebten Pferderennen. Nur setzen Wettende hier nicht auf nachgebildete Tiere mit Reitern. Stattdessen rasen hochgereckte goldene Phalli ums Oval.

Als Drittes folgt der Höhepunkt: «Jump for Joy» – Spring’ vor Glück. Maximal sechs Besucher ziehen ihre Schuhe aus und werfen sich mit Verve in eine Landschaft von aufgeblasenen Brüsten, Brustwarzen inklusive. Hier sei am ehesten jene Ausgelassenheit zu erleben, die ein Museum of Sex eigentlich verspreche, schreibt die «New York Daily News». Eine Besucherin sagte: «Ich bin hetero, aber ich fand das recht interessant. Ich kenne keinen anderen Ort der Welt, wo man zwischen Bergen von Brüsten herumspringen kann.»

Obszöne Griffe

Als Nummer vier der Show türmt sich der «Grope Mountain» – Grapschberg, eine Kletterwand, bei welcher die Mulden und Griffe weiblichen Körperteilen nachgebildet sind. Und am Schluss führen die Ausstellungsmacher noch in die Welt der – nach heutigen Massstäben harmlosen – Schmuddelfilme, wie sie einst auf Rummelplätzen gezeigt wurden.

Die neue Show hat in den Medien bereits für Aufsehen gesorgt. Das kann das eher als Stiefmütterchen unter den vielen Museen New Yorks geltende Museum of Sex gut gebrauchen.

(sut)