Zeitumstellung

23. März 2011 06:43; Akt: 23.03.2011 11:16 Print

Runder Geburtstag für die Sommerzeit

Seit 30 Jahren kennt die Schweiz die Sommerzeit. Sie war damals aber nicht unumstritten - und auch heute regt sich noch Widerstand.

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Diesen Sonntag muss die Uhr wieder eine Stunde nach vorne gedreht werden. (Bild: Keystone)

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Nächsten Sonntag stellt die Schweiz die Uhren wieder eine Stunde vor - bereits zum 30. Mal: 1981 war die Sommerzeit nach einigen Kontroversen eingeführt worden. Selbst heute ist die Massnahme noch umstritten.

Der Bundesrat hatte bereits während des Zweiten Weltkriegs, 1941 und 1942, die Sommerzeit eingeführt. Sein Ziel: Energie zu sparen. Allerdings entsprach das Resultat nicht seinen Erwartungen, worauf das Experiment 1943 abgebrochen wurde.

Nachdem in den 70er-Jahren Italien und Frankreich die Sommerzeit wieder eingeführt hatten (unter anderem als Antwort auf die Energiekrise 1974), legte der Bundesrat den Entwurf eines Zeitgesetzes vor, das ihn zur Wiedereinführung der Sommerzeit ermächtigt hätte.

Erst abgelehnt, dann doch eingeführt

Bäuerliche Kreisen ergriffen dagegen das Referendum: Die Kühe könnten nicht plötzlich eine Stunde früher gemolken werden, so ihre Argumentation. Sie hatten Erfolg: Das Gesetz wurde am 28. Mai 1978 mit 52 Prozent Nein verworfen.

Als sich 1980 auch Deutschland und Österreich für die Sommerzeit entschieden, wurde die Schweiz in den Sommermonaten zu einer «Zeitinsel», was etwa die Fahrplangestaltung im Verkehr erheblich erschwerte. Der Bundesrat legte daher noch im gleichen Jahr das Zeitgesetz unverändert ein zweites Mal vor. Ein Referendum kam diesmal nicht zustande.

Damit stellt die Schweiz seit 1981 jeweils am letzten Sonntag im März die Uhren um eine Stunde vor und am letzten Sonntag im September (seit 1996 am letzten Sonntag im Oktober) um eine Stunde zurück.

Widerstand von rechts

Eine (unter anderen von Christoph Blocher) 1982 lancierte Volksinitiative zur Abschaffung der Sommerzeit kam mangels genügend Unterschriften nicht zustande. Aber auch später wollte die Kritik an der Sommerzeit nicht verstummen. Die Massnahme bringe keine Energieeinsparung und belaste den Organismus von Mensch und Tier, so die Argumentation der Gegner.

Letztmals forderte die Luzerner SVP-Nationalrätin Yvette Estermann 2010 in einer Motion die Abschaffung. Sie konnte den Bundesrat aber nicht davon überzeugen.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Etter Erich, Zug am 28.03.2011 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Unnatürliche Vergewaltigung der Sonne

    Die Sonne betrügen, es ist doch unnatürlich, wenn die Sonne im Zenith steht, zeigen die Uhren auf Halbzwei! Es ist auch eine Illusion zu glauben, der Tag werde ein Stunde länger, eine Stunde mehr am Abend, ist eine Stunde weniger am Morgen, mit entsprechendem Energieverbrauch. Früher hat man die Arbeit an die längeren Tage angepasst, im Sommer früher begonnen und am Abend früher Feierabend gemacht. Sind die Leute so blind geworden, dass man sie mit verstellten Uhren betrügen muss? Erich Etter, Zug

  • Markus H. am 23.03.2011 07:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wer Kinder hat oder Tiere hat.

    Sobald man Kinder hat weis kennt man die Nachteile der Sommerzeit. Die Sonne steht um 20 30 Uhr wie im Frühling um die Mittagszeit,vor allem der Übergang ist schwer auch für die Tiere. Sprich nach dem Umstellen schlafen die Kinder bis 22 oder 23Uhr nicht und morgens muss man dann die Kinder die beim anziehen auf dem Sofa wieder eingeschlafen sind nochmals wecken, Frühstück wird nicht gegessen usw.

    einklappen einklappen
  • Mensch Meier am 23.03.2011 07:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wider der Natur des Menschen

    Schon Lustig, dass die Frühjahrsmüdigkeit mit der Umstellung auf die Sommerzeit einhergeht...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Etter Erich, Zug am 28.03.2011 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Unnatürliche Vergewaltigung der Sonne

    Die Sonne betrügen, es ist doch unnatürlich, wenn die Sonne im Zenith steht, zeigen die Uhren auf Halbzwei! Es ist auch eine Illusion zu glauben, der Tag werde ein Stunde länger, eine Stunde mehr am Abend, ist eine Stunde weniger am Morgen, mit entsprechendem Energieverbrauch. Früher hat man die Arbeit an die längeren Tage angepasst, im Sommer früher begonnen und am Abend früher Feierabend gemacht. Sind die Leute so blind geworden, dass man sie mit verstellten Uhren betrügen muss? Erich Etter, Zug

  • Freddy Zumbach am 25.03.2011 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    Geld für die Ärzte und Pharmaindustrie

    Die Sommerzeitumstellung bringt immerhin Einnahmen für die Ärzte und Medikamentenhersteller. Das ist Wirtschaftswachstum. Nur etwas schade, dass die Arbeitnehmer und Schüler die ersten Wochen weniger Leistungsfähig sind. Das bedeutet indirekter Geschäftsverlust, der vielleicht versichert werden könnte.

  • Steff am See. am 25.03.2011 15:20 Report Diesen Beitrag melden

    Sommer wie Winter

    Viele Hunderttausend arme Seelen müssen sich des Zeitenwechsels quälen.Ich denke mir beim Kartoffelschälen mir wärs zu dumm die Zeit zu zählen die ich mit motzen hab verbracht denn diesen Mist hab nicht ich gemacht sondern ganz klar ein ganz gelehrter, total im Kopf verdrehter.

  • Dana Schmid am 25.03.2011 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    Bin für die Sommerzeit

    Wir machen doch sowieso schon die Nacht zum Tag, Lichtverschmutzung ohne Ende, Geflimmere die ganze Zeit. Keine Rücksicht mehr auf die innere Uhr. Aber die Sommerzeit so ein Problem sein? Ich lebe auf - endlich hat man am Abend noch etwas vom Feierabend.

  • Susanne am 25.03.2011 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    und im Norden?

    Ich weiss nicht wieso hier einige Eltern so ein Drama machen? Ich habe einige Jahre mit meiner Familie im Norden gelebt wo es über WOCHEN nie richtig dunkel wurde. Trotzdem war es kein Problem die Kinder ins Bett zu bekommen. Liebe Eltern beschäftigt eure Kinder( damit ist nicht der Fernseher gemeint!) dann sind sie am Aben von alleine müde und wolles schlafen, auch wenn es noch hell ist!