Psychiatrie oder Prozess

27. Oktober 2014 12:02; Akt: 27.10.2014 12:02 Print

Russe verkleidete tote Mädchen als Puppen

Anatoly Moskvin hat leblosen Mädchenkörpern bunte Kleider angezogen und sie in einer Wohnung aufgebahrt. Vor Gericht muss der 46-jährige Russe vermutlich trotzdem nicht.

(Quelle: YouTube/UNPLUGGED FROM THE MATRIX)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Dutzende Mädchenleichen, mumifiziert, und in einer Wohnung drapiert und ausstaffiert wie Puppen: Bereits vor drei Jahren machte der Fall des Russen Anatoly Moskvin aus Nischni Nowgorod Schlagzeilen. Jetzt soll geklärt werden, ob der heute 46-jährige Mann prozessfähig ist. Ein Sachverständiger hat festgestellt, dass Moskvin psychisch nicht gefestigt genug ist, um einen Prozess durchzustehen.

Die Staatsanwaltschaft kommentierte laut dem britischen «Mirror»: «Nach drei Jahren unter Beobachtung in einer psychiatrischen Klinik ist absolut klar, dass Moskvin mental nicht fit genug ist für das Gericht.» Deshalb werde er weiter in psychiatrischer Behandlung bleiben.

Russe besuchte über 700 Friedhöfe

Über Jahre holte Moskvin bis zu 150 tote Mädchen aus ihren Gräbern, um sie, als Puppen verkleidet, in seiner Wohnung zu horten. Er zog den leblosen Körpern der Mädchen, die im Alter zwischen drei und zwölf Jahren gestorben waren, Strümpfe und Kleider an, feierte ihre Geburtstage und gab ihnen Namen.

Entdeckt wurde seine makabre Obsession, als seine Eltern dem Mann einen Überraschungsbesuch abstatteten, nachdem sie aus den Ferien zurückgekehrt waren. Moskvin soll hochintelligent sein und 13 Sprachen sprechen. Er hat nach eigenen Angaben über 700 Friedhöfe besucht, dort auch in Gräbern übernachtet und aus Pfützen getrunken.

Ein Video zeigt Moskvins vollgestellte Wohnung, in der überall – auf dem Bett, im Flur, auf Bücherstapeln – die verkleideten mumifizierten Mädchenleichen zu sehen sind.

(mlr)