Rhein

14. Februar 2011 10:36; Akt: 14.02.2011 14:52 Print

Säuretanker in sicheren Hafen geschleppt

Der gekenterte Säuretanker wird nach dem Auspumpen fortgebracht. Beim entdeckten Toten handelt es sich um ein 63-jähriges Besatzungsmitglied. Eine zweite Leiche wird noch vermisst.

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Nach der Bergung des auf dem Rhein havarierten Säuretankers «Waldhof» wird nun auf dem Schiff nach der Unglücksursache gesucht. Ein Gutachter der Staatsanwaltschaft Koblenz sollte dazu am Montag an Bord gehen, sagte ein Sprecher der Einsatzleitung in St. Goarshausen.

Das Wrack wurde am Montagmorgen von den Bergungsexperten in den Loreleyhafen gezogen. Nach Angaben des Sprechers sollen nun weitere Räume des Schiffes leergepumpt werden. So stünden noch zwei Maschinenräume unter Wasser. Vor dem Auspumpen müssten aber Gefahren für die Bergungskräfte ausgeschlossen werden, daher sollen laut Einsatzleitung zunächst Wasser- und Luftproben entnommen werden.

Am Sonntag war das Schiff zu einem grossen Teil ausgepumpt, aufgerichtet und dann aus der Fahrrinne gezogen worden. Bei der anschliessenden Suche an Bord hatte die Polizei die Leiche des 63-Jährigen gefunden. Bei der in der Nacht obduzierten Leiche handelt es sich um ein Besatzungsmitglied aus Sachsen.

Zweite Leiche wohl nicht an Bord

Dass auch die Leiche des zweiten noch vermissten Crewmitglieds noch an Bord gefunden wird, gilt als unwahrscheinlich. Der Mann hatte sich nach bisherigen Erkenntnissen bei dem Unglück am 13. Januar am Steuerstand der «Waldhof» befunden. Dieser war bei der Havarie abgerissen worden. Nach dem Unfall konnten zwei der insgesamt vier Bootsleute gerettet werden.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt überprüfte in den Mittagsstunden die Fahrrinne in der Rheinenge mit Peilmessungen. Abhängig von den Ergebnissen sollte die Schifffahrt laut Einsatzleitung möglicherweise noch im Laufe des Montages wieder vollständig freigegeben werden. Normalerweise passieren durchschnittlich rund 120 Schiffe pro Tag den Rheinabschnitt am Loreleyfelsen.

(ap)